Viele Diskussionen um die Nouva Valascia

Ligaerhalt sichern und dann Gründes Licht für den Bau der Nouva Valascia. Das glaubte man bis vor Kurzem. Derzeit liest man täglich in Tessiner Medien, dass so ziemlich noch nichts klar sei, weder die Finanzierung noch der definitive Standort. Der könnte auch in der Nähe von Bellinzona sein…

Das Stadionprojekt ist für den HCAP überlebenswichtig. Dies kann man wohl so sagen. Seit bekannt wurde, dass der Dorfklub aufgrund einer Neubeurteilung der Lawinengefahrenzonen (wurde im 2010 gesamtschweizerisch überarbeitet) die geplante Renovation der alten Valascia aufgeben musste (was den Club 16 Millionen Franken gekostet hätte und mittlerweile wohl schon fertig gewesen wäre), sind seitenweise Artikel über das neue Stadionprojekt geschrieben worden.
Man erinnert sich an die diversen Einsprachen, die Kritiken, die Glückwünsche aber auch das Rätselraten und die Ratlosigkeit bei Fans und Sympathisanten.

Während dieser schwierigen Saison wurde klar, dass das sportliche Abschneiden der Mannschaft einen entscheidenden Faktor in der ganzen Stadionfrage spielen würde. Kaum wurde der Ligaerhalt geschafft, ertönten dann auch sofort positive Signale aus der Leventina. Der Ligaerhalt habe die Laune der potentiellen Geldgeber milde gestimmt und man werde noch diesen Sommer die Bagger losschicken.

Ist doch gut? Oder doch nicht? In den letzten Tagen zogen wieder dunklere Wolken über der gar noch nicht erstellte Nuova Valascia auf. In diversen Tessiner Medien wird diskutiert, behauptet, gefragt, kommentiert. Man munkelt in der Medien- und Fanwelt, dass das Geld für die neue Halle in Ambri, das zur Gemeinde Quinto gehört, fehle und das 50-Millionen-Projekt in Gefahr sei.
Man kritisiert, dass ein 50-Millionen-Stadion in Ambri eine hirnrissige Utopie sei, kaum finanzierbar, vor allem im Unterhalt.

Es treten im Tessin berühmte Vertreter von Sponsoren auf, die einen Bau der Halle in Castione bei Bellinzona bevorzugen würden, weil die Halle dort eher zwischengenutzt werden könnte und der Standort wirtschaftlich günstiger sei, als in Ambri. So zum Beispiel Stefano Artioli von der Firma ARTISA.

Der Präsident des HC Ambri-Piotta, Filippo Lombardi, äusserte sich am 20.04.2017 im Tessiner Radio Rete Uno, Sendung «Modem» öffentlich dazu:
«Von unserer anfänglichen Einschätzung von 35 Millionen sind wir zu einem Projekt von 70 Millionen gelangt, mit 2 Eisfeldern, einer Turnhalle und einem Konferenzsaal. An diesem Punkt musste ich sagen, dass dies verrückt sei und man alles stoppen müsse. Wir haben in der Folge ein zweites Baugesuch eingereicht und sind auf die aktuellen 50 Millionen runter. Hierbei ist die Zivilschutzunterkunft, die zu einem Teil subventioniert werden würde, inklusive. Aber es ist immer noch viel. In den nächsten Wochen wird man uns sagen, ob das Projekt finanziell tragbar ist, also, ob wir das nötige Geld finden werden. Sonst werden wir uns was Anderes überlegen müssen.»

Lombardi betonte, dass nichts verloren sei. Absolut nicht. Es gehe nun darum sich mit Geldgebern sowie Vertretern von Gemeinde und Kanton zu treffen. Dann wird am 29.04.2017 die Versammlung stattfinden, nach welcher man mehr wissen werde. Der Präsident betonte, dass das Projekt von Mario Botta, welchem die Gemeine Quinto und nicht Lombardi den Auftrag gegeben hatte, ein Traum bleiben könnte. Zudem sagte Lombardi, dass damals, als man sich bewusst darüber geworden sei, dass man eine neue Halle bauen müsse, die Gemeinde Quinto darauf bestanden habe, dass die Halle auf dem Gemeindegebiet gebaut werde und multifunktional und somit teurer sein müsse. Dies darum, weil sich die Gemeinde eine Aufwertung der Region erhoffe.

Wie bereits erwähnt haben sich Vertreter von Sponsoren zu Wort gemeldet. So zum Beispiel Stefano Artioli von der Firma «ARTISA», einer der Sponsoren des HCAP. Dieser befürwortet einen Bau des neuen Stadions in Castione, weil er der Meinung sei, dass dort das Stadion 7 Tage die Woche genutzt werden könnte, nicht nur dann, wenn Spiele stattfinden würden. Lombardi verteidigt zurzeit noch das Projekt in der Leventina. Doch auch das könnte sich noch ändern. Das Herz sage zwar «Leventina», so Lombardi, doch es sei klar, dass wenn in Zukunft die Alternative zu einer neuen Halle anderswo ein Abstieg in die NLB wäre, «müsste man die Frage (eines Umzugs bzw. Abstiegs) der Basis (den Fans) stellen».

Es scheint, als wird der Fan dieses Traditionsvereins frühestens dann zur Ruhe kommen, wenn der Schiedsrichter das erste Mal den Puck in der neuen Halle einwirft, dann nämlich, wenn die Gewissheit bestehen wird, dass die neue Halle gebaut wurde und auch darin gespielt wird, wo auch immer diese stehen sollte.

Unbestritten ist, dass ein Umzug des HCAP weg von Ambri riesige Diskussionen auslösen würde. Aus meiner Sicht ist das Risiko eines solchen Umzugs nicht zu unterschätzen!

Sicherlich wäre es günstiger, eine reine Eishockeyhalle ohne Schnickschnack zu bauen. Aber wie gesagt, spielen in diesem Projekt auch andere Bedürfnisse (Gemeinde) mit.

Der HCAP wurde in Ambri geboren, war immer in Ambri und sollte in Ambri bleiben. Das sagt mein Herz. Aber eben… Sollte es aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, in Ambri weiterzumachen und die Wahl bestünde, aufzuhören oder ein paar Km weiter südlich weiterzumachen, was dann?

Eure Meinung, falls ein NLA Stadion in Ambri nicht finanzierbar ist?

Welches ist deine bevorzugte Not-Variante?

  • Neue Halle in Castione/Bellinzona und Verbleib in der NLA (42%, 130 Votes)
  • Bestehende Halle in Ambri und freiwilliger Abstieg in die NLB (32%, 99 Votes)
  • Neue Billig-Halle in Ambri und freiwilliger Abstieg in die NLB (27%, 84 Votes)

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Text: Angelo Lanini

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14 thoughts on “Viele Diskussionen um die Nouva Valascia

    • diese Option haben wir bewusst weggelassen, da es die Wunschvariante aller wäre. Die Frage ist aber, was soll passieren, wenn dies nicht möglich ist…

  1. Haben wir Deutschschweizer Ambri-Fans nicht schon genug gelitten in der vergangenen Saison? Und jetzt kommt der nächste Schlag in den Magen, der nächste Stich ins Herz mit diesem Beitrag eines Mannes, der in Winterthur lebt!
    Ich habe mich mit Zeitungen eingedeckt, auch dem Corriere del Ticino, aber nirgends war etwas über das Problem zu lesen, das aus Gerüchten und Vermutungen zusammengebastelt wurde!
    Allerdings war von einem dubiosen Italiener, der den Sitz seiner Firma in London hat, berichtet, der angeblich nicht das Geld zahlen wollte für ein Stadion in Castione!
    Mich regen solche Artikel, wie Angelo Lanini sie hier beschreibt auf! Ich werde wie viele andere Deutschschweizer kaum nach Bellinzona fahren, weil es schlichtweg zu weit ist. 30 Prozent der Fans stammen aus der Deutschschweiz. Ich glaube kaum, dass man auf die verzichten will!
    Für mich gibt es nur eine akzeptable Lösung und zwar eine billigere Variante einer Neuen Valascia auf dem Flugplatz von Quinto!

      • Lieber Roland

        ich erhole mich nur schwer von diesem Schock! Hier in der Deutschschweiz erfährt man wenig über die Probleme in Ambri. Auch bei meinen Besuchen, ob in Ambri, Fribourg oder Langenthal sprach niemand davon.

        Es galt leider schon immer die Regel : wer zahlt, befiehlt ! Deshalb mache ich mir kaum noch Hoffnungen, dass in Ambri auf dem Flugplatz ein neues Stadion für den HCAP entsteht.
        Ich werde kein Sitzplatzabo mehr nehmen, viel zu viel habe ich nicht nur in der letzten Saison einstecken müssen.
        Irgendwann geht alles zu Ende und ob im September 2017 überhaupt noch NLA-Eishockey in Ambri gespielt wird bezweifle ich inzwischen.
        Vermutlich wird es so kommen, dass der Rest der Spieler wählen kann ob sie in Biasca oder bei einem NLA-Club ihre Karrieren fortsetzen wollen.
        Ich hoffe sehr, dass am Samstag viele Deutschschweizer nach Giornico kommen und ihrem Ärger Luft machen – auf deutsch!

  2. Dieser Bericht war am 19.04.2017 auf Ticinonews zu lesen.
    Mein italienisch ist schlecht, aber soviel ich verstehe wollen diese Herren die Region Gotthard fördern und beleben.
    Dazu gehört auch eine Halle in Ambri und nicht in Castione.
    Wenn man nach Castione geht, war’s das für mich mit Ambri und dies nach über 30 Jahren treue, basta.

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    Sawiris e Lombardi insieme per il San Gottardo

    Creata un’associazione con sede ad Airolo per valorizzare la regione. Sarà diretta da una cittadina russa

    È stata di recente creata la „Alpine Arena per la promozione della regione San Gottardo“, un’associazione con sede presso la stazione FFS di Airolo il cui scopo è chiaro già dal nome.

    L’associazione, come si legge sui quotidiani ticinesi di oggi, si occuperà infatti di „promozione a livello internazionale della regione intercantonale del San Gottardo“, di „valorizzazione del suo patrimonio storico e culturale e della sua posizione geografica“ e di „organizzazione, coordinamento e partecipazione ad attività ed eventi di ogni genere che possano fungere da piattaforma di incontri e sinergie tra soci e terzi, onde promuovere la conoscenza e sviluppare le potenzialità della regione del San Gottardo.“

    Fanno parte della neonata associazione anche il consigliere agli Stati e presidente dell’HCAP Filippo Lombardi e l’imprenditore egiziano Samih Sawiris, promotore del maxi-progetto immobiliare di Andermatt. Quale direttrice è stata invece nominata una cittadina russa residente a Lugano, Alla Ramilova.

  3. das beste ist doch in ambri zu bleiben. und ein rückzug in die nlb. das muss nicht zwingend schlecht sein. ambri könnte den platz der ticino rockets in der nlb übernehmen (die sind ja dann nicht mehr nötig).

  4. Ich bin konsterniert. Seit mehr als 30 Jahren fahre ich und mittlerweile auch meine Kinder regelmäßig von der Deutschschweiz nach Ambri und zurück um unsere Mannschaft anzufeuern. Ambri muss in Ambri bleiben. Ansonsten bin ich überzeugt fehlen mehr als 50 Prozent der Fans in Zukunft. Und gekämpft, gelitten haben wir zum Verbleib in der Nati a , also freiwilliger Abstieg undenkbar schlecht. Forza ambri

  5. Es geht einmal mehr um die Interessen der Wenigen, die Mehrheit der Fans bevorzugt sicherlich eine angemessene Halle in Ambri. Das was den HCAP ausmacht ist in Ambri und nicht dort wo sich gewisse Herren wohler fühlen. Deutschweizer Fans wird es in Bellinzona kaum noch geben.

  6. Wir kommen seit Jahren vom Appenzeller-Land nach Ambri und eine Eishalle in Bellinzona oder sonst wo kommt nicht in Frage. Wir fahren von A wie Appenzell nach A wie Ambri denn nur in Ambri gehöhrt unser Lieblingsverein hin – egal in welcher Halle!

  7. Ambri muss in Ambri bleiben!! Einen alten Baum verpflanzt man auch nicht.
    Auch wir fahren viele Spiele von FRASTANZ ( Vorarlberg) zu den Heimspielen. Macht’s keinen fehler, sonst vergraults bald die letzten Deutschsprachigen Fans, und das sind nicht wenige. Gruss aus Vorarlberg

  8. Ambri ist nicht Bern, Zürich oder Genf. Ambri ist Ambri und muss in Ambri bleiben
    aber mit ein einfachere und billiger Eis-Halle Projekt. Die neue Club-Struktur scheint
    mir richtig. Wie früher, Identifikation mit den Club, Herz und Begeisterung.

  9. Natürlich hat mich dieser Anlass weiter gedanklich beschäftigt. Der lange Stau vor dem Gotthard hat wohl viele davon abgehalten, nach Giornico zu fahren. Ausser einer Bündner und meiner Zürcher Autonummer sah ich nur Tessiner.
    Immerhin begrüsste Herr Lombardi auch noch auf deutsch die Gäste.
    Was gesagt wurde konnte ich zwar nur erraten, aber zum Glück gab es noch ein paar deutsch sprechende beim Apero.
    Inzwischen habe ich mir von den wenigen Aussagen ein Bild gemacht, kann aber kaum glauben, dass hier der grösste Teil für Castione sind.
    Allerdings wird es wohl sehr schwierig, bis am 8. Juli die fehlenden 13 Millionen aufzutreiben. Aber bei Ambri ist der Spruch: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“ Programm.

    Ich hoffe, dass wir vom Club aktueller informiert werden und nicht noch 2 Monate bangen müssen. Ängste haben wir schon genug ausgestanden.

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