Trotz zwei Niederlagen, Upshall und Conz mit geglücktem Einstand

Der HCAP verliert in Fribourg mit 4:2 und zu Hause gegen Lausanne mit 1:2 nach Verlängerung. Benjamin Conz und Scottie Upshall mit guten Auftritten.

Tor! Upshall und Flynn arbeiten den Puck durch alle sechs Lausanner hindurch

Tor! Upshall und Flynn arbeiten den Puck durch alle sechs Lausanner hindurch

Es gibt Wochenenden, die bleiben HCAP Präsident Filippo Lombardi sicher besser in Erinnerung als dieses. Zwei knappe Niederlagen seines HCAP und die überraschende Abwahl aus dem Ständerat. Da mag ihn der Punkt gegen Lausanne, die beiden Skorerpunkte von Neuzuzug Scottie Upshall und das Comeback von Conz kaum zu trösten.

Optimismus machte sich breit nach den Leistungen vor der Nationalmannschaftspause. Und endlich hatte man Zeit, sich bei ein paar Tagen Pause von den Meisterschafts, CHL und Cupspielen etwas zu erholen und sich gezielt auf die Spiele gegen die beiden Teams aus der Romandie vorzubereiten.

Das Lazaratt hat sich in diesen Tagen aber nicht wie gewünscht gelichtet. Mit Kneubühler, Kostner, Fora, Pinana, Sabolic und Incir stehen weiterhin viele Stammspieler nicht zu Verfügung. Nach einigen Spielen mit den Ticino Rockets kehrte immerhin Benjamin Conz wieder ins Line Up zurück. Als neuer temporäter Ausländer stand auch NHL Veteran Scottie Upshall erstmals auf dem Matchblatt.

Der Start am Freitag in Fribourg verlief dann aber alles andere als nach Plan. Nach knapp 12 Minuten musste Conz bereits zum dritten Mal den Puck aus seinem Tor wischen. Die Abstimmung in der Hintermannschaft funktionierte nicht. Dies aber nur auf den „neuen“ Torhüter abzuwälzen wäre aber sicher falsch. Es war dann Scottie Upshall, der mit einem Pass den von der Strafbank zurückkehrenden Matt D’Agostini forcierte. Der Kanadier hatte dann keine Mühe Reto Berra zum 3:1 zu bezwingen (15’).

Ambrì fand danach viel besser ins Spiel. Es war erneut Topskorer D’Agostini, der in der 27. Minute den Anschlusstreffer erzielen konnte. Die Leventiner versuchten danach zumindest einen Punkt aus Fribourg mitzunehmen. Ein Emptynetter 39 Sekunden vor Schluss zum 4:2 bedeutete dann aber das Ende der Aufholjagd.

Auch am Samstag zu Hause gegen den HC Lausanne erwischte das gegnerische Team den besseren Start. Kurz vor der Pause konnten die Waadtländer dank einem Powerplaytreffer in Führung gehen. Auch im zweiten Drittel vermochten die Hausherren nicht ihr Ambrì-Hockey aufzuziehen. Luca Cereda sah sich in der 28 Minute gezwungen sein Time Out zu nehmen. Dananch war eine klare Verbesserung zu erkennen. Die Leventiner spielten wieder aufsässiger und auch die Angriffe waren wieder von besserer Qualität. Ambrì begann wieder hart zu arbeiten. Diese Arbeit zahlte sich in der 31. Minute aus. Brian Flynn und Scottie Upshall arbeiteten den Puck gegen alle fünf Gegenspieler im Slot an Tobias Stephan vorbei über die Linie. Zuerst Flynn zugesprochen, wurde das Tor dann aber später Upshall zugeschrieben. Upshall dazu: «Vielleicht war es ich, vielleicht auch Flynn. Das ändert nichts, ich denke, dass der Puck von einem Waadtländer ins Tor gelenkt wurde.»

In der Folge verpassten es die Bianchoblu in der regulären Spielzeit einen weiteren Treffer zu erzielen. Einem souveränen Daniel Manzato ist es aber auch zu verdanken, dass der Gegner kein weiteres Tor mehr erzielte. In der Verlängerung waren es dann doch die Gäste, die den Siegtreffer erzielen konnten. Nach mehreren guten Chancen Ambrìs konnten diese einen Konter fahren und den Zusatzpunkt aus der Valascia entführen.

Ambrì startet damit mit zwei Niederlagen in die nächste Meisterschaftsphase. Ob es am ersten Schnee in der Leventina liegt, dass Ambrì noch nicht auf optimaler Betriebstemperatur ist, lässt sich nicht bestätigen. Sicher ist hingegen, dass Benjamin Conz wieder zurück ist und Cereda damit wieder eine gute Schweizer Option im Tor hat. Auch auf der Ausländerposition hat man mit Scottie Upshall einen Mann verpflichtet, der für Skorer Punkte gut ist.

Scottie Upshall bringt Erfahrung aus über 800 NHL Spielen mit.

Scottie Upshall bringt Erfahrung aus über 800 NHL Spielen mit.

Ein Assist und ein Tor aus den ersten beiden Spielen ist sicher ein guter Anfang. Upshall zu seinem Einstand: «Es ist ein anderes Hockey hier, weit weg von dem was ich gewohnt bin zu spielen. Ich muss mir einige Tricks ausdenken, um mich anzupassen und effektiver zu sein: Zum Beispiel muss ich lernen, meine Kräfte besser zu schonen, und das ist eine große Veränderung für mich. Mit dem grösseren Spielfeld und einem Spielsystem, das so sehr auf die Intensität abzielt, muss ich lernen, die Wechsel zu optimieren. Dies wird mit der Zeit kommen, aber im zweiten Spiel habe ich bereits das Gefühl, dass ich mich sowohl im Spielsystem als auch in der Kabine gut angepasst habe. Ich bin in einer Gruppe von wirklich vereinten Jungs gelandet, wir werden Spaß haben.»

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Auch Cereda zeigte sich zufrieden mit Upshall: «Er hat gut gespielt. Der Samstagabend war für ihn eine grosse Prüfung. Nach mehreren Monaten ohne Spiele ist es nicht einfach, nach einer relativ langen Auswärtsreise sich wieder einem Gegner zu stellen. Er hat alles gut gemeistert, viel Energie mitgebracht und viel kreiert. Für uns ist es ein guter Anfang, der sich in den kommenden Wochen verbessern wird.»

Zur Rückkehr von Conz sagt Cereda: «Wir sind sehr froh, ihn wieder bei uns zu haben. Er ist ein wichtiger Teil unseres Teams, sowohl auf dem Eis als auch in der Garderobe. In all den Monaten war er immer in der Nähe des Teams, aber ihn wieder zu 100% integriert zu sehen, ist sehr schön.»

Trotz der beiden Niederlagen also auch Licht am Ende der Tabelle zu sehen. Nun haben die Leventiner eine Woche Zeit sich auf das Heim-Derby am kommenden Samstag vorzubereiten. Ein zweiter Sieg in Folge gegen den Kantonsrivalen und auch bei HCAP Präsident Filippo Lombardi wird die Stimmung wieder besser sein.

Bericht: Roland Jauch
Fotos: Roland Jauch/Soraya Sägesser

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