Strafen kosten Ambrì mehr Punkte

Ambrì nimmt gegen Langnau und gegen Zug sehr viele Strafen, die sie am Ende um mehr als nur zwei Punkte bringen. Gegen die Tigers verlieren sie in der Verlängerung 2:3. Zug unterliegen sie in der Valascia nach Penaltyschiessen 1:2. Julius Nättinen konnte in den zwei Spielen sein Debüt geben und trifft gleich zweimal.

Langnau spielte am Donnerstag gegen Genf und verlor deutlich. Ambrì konnte gegen die Calvinstädter den ersten Saisonsieg feiern. Deshalb und wegen der kurzen Erholungszeit der Tigers gehen die Biancoblù als leichte Favoriten ins Spiel im Emmental. Davon war aber wenig zu merken In einem Spiel auf dürftigen Niveau fallen im ersten Drittel keine Tore. Das Erwähnenswerteste aus Sicht von Ambrì ist das Debüt von Julius Nättinen. Der Finne kann nach seiner Leistenverletzung erstmals diese Saison spielen. Nach der Verletzung von Novotny treten die Leventiner dennoch nur mit drei Ausländern an. Langnau geht in der 23. Minute durch Tom Andersons in Führung. Bei Ambrì scheint nicht viel zusammenzupassen. So braucht es einen Hammer von Michael Fora zum Ausgleich. Das Tor fällt im Powerplay, womit Ambrì zu diesem Zeitpunkt bisher nur Tore in Überzahl erzielt. Fora ist der erste Verteidiger, der in dieser Saison trifft. Julius Nättinen bricht 91 Sekunden später den Bann mit dem ersten Tor bei 5-gegen-5. Eine schöne Einzelleistung bringt die 2:1-Führung.

Lange sieht es so aus, dass Ambrì die knappe Führung über die Zeit bringen kann. Das Unheil beginnt kurz vor Ende der regulären Spielzeit. Wegen zu vielen Spielern auf dem Eis und kassiert den Ausgleich. Es ist der erste PP-Treffer von den Tigers in dieser Saison. In der folgenden Verlängerung spielt Ambrì zuerst Powerplay, kann den Game-Winner aber nicht erzielen. Wegen „Spielen ohne Helm“ muss kurz danach Matt D’Agostini raus – eine dumme aber durchaus menschliche Strafe. Erik Brännström holt für die Tigers dann den zweiten Punkt. Er erwischt Benjamin Conz in der nahen Ecke. In einem meiner Meinung sehr schwachen Spiel auf beiden Seiten haben die Tigers das bessere Ende für sich. Für Ambrì wäre trotz allem mehr möglich gewesen. Genau solche Spiele sollte man auch gewinnen…

Julius Nättinen schlägt bei seinem Debüt voll ein.

Julius Nättinen schlägt bei seinem Debüt voll ein.

Die Vorzeichen vor dem ersten Gotthardderby waren also alles andere als gut. Aber auch Gegner Zug reiste mit einer klaren Niederlage gegen Lausanne in die Leventina. Entsprechend verhalten starten die beiden Teams ins Spiel. Etwas aktiver ist der Gast aus Zug, aber wirklich gefährlich werden sie erst im Powerplay, nach einer Strafe gegen Ngoy. Es dauert nur sechs Sekunden bis Yannick Zehnder unbedrängt aus dem Slot einschiessen kann. Für Ambrì ist es das vierte Gegentor in Unterzahl. Mit 84% gekillten Strafen liegt der HCAP in dieser Statistik auf dem dritten Rang der National League. Die Strafenflut geht im zweiten Drittel weiter, womit das Spiel sehr attraktiv wird. Zug kann eine doppelte Überzahl nicht nutzen. Gleiches gilt in der 34./35. Minute leider auch für Ambrì. Weiter geht es mit Strafen vor der zweiten Pause gegen Michael Fora. In Unterzahl holt sich D’Agostini nach einem Haken in der offensiven (!) Zone weitere zwei Minuten ab. Die erneute doppelte Überzahl kann der EVZ nicht verwerten.

Als nächsten Spieler wandert Albrecht für die Zuger auf die Strafbank. Nun kann Ambrì endlich reüssieren. In allerbester Kubalik-Manier kann Nättinen einen Pass von Dominic Zwerger verwerten. Luca Hollenstein im Zuger-Tor kommt nach dem Direktschuss zu spät. Aller Teams der NL spielte Ambrì übrigens bisher am meisten im Powerplay. Auch dank einem überragenden Damiano Ciacco im Tor kommt es zur Verlängerung. Da rettet er mehrfach mirakulös. Unter anderem wehrt er gegen Grégory Hofmann, nachdem dieser Michael Fora überlaufen kann. Zwar wird er im Penaltyschiessen dreimal bezwungen – während Flynn, Nättinen und D’Agostini vergeben – aber Ciaccio bekommt hochverdient die Auszeichnung für den besten Spieler auf Seiten der Leventiner. Das war herausragend.

Damiano Ciaccio zeigt mit 38 Saves gegen Zug eine überragende Leistung.

Damiano Ciaccio zeigt mit 38 Saves gegen Zug eine überragende Leistung.

Schaut man die zwei Spiele vom Wochenende an, kann man mit den zwei Punkten nicht restlos zufrieden sein, aber mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Julius Nättinen hat sichtlich Schwung ins Team gebracht. Es ist sehr zu hoffen, dass er einen Flynn oder einen Zwerger besser machen kann. Klar, die Tabelle ist aufgrund der Ungleichverteilung der Spiele nicht wirklich aussagekräftig, aber am Ende der Tabelle liegen der SC Bern und die SCL Tigers. Die drei Punkte des SCB stammen vom Sieg gegen Ambrì und die Tigers holten zwei ihrer drei Punkte am Freitag ebenfalls gegen die Leventiner. Weiter geht es, wenn die Meisterschaft bis dann noch läuft, am Dienstag in der Valascia gegen Lausanne. Die Waadtländer stehen nach sechs Spielen auf dem zweiten Rang. Ihre Offensiv-Power um Kenins, Emmerton und Malgin hat bereits 17 Treffer erzielt, aber gleichzeitig mussten sie auch schon 17 Gegentore hinnehmen. Hält die Defensive der Leventiner erneut und „gheien“ die Pucks, ist der erste Heimsieg durchaus möglich. Am Freitag kommt es in der Malley zum „Rückspiel“. Am Sonntag geht es dann im Cup-Achtelfinale zu den Lakers.

Bericht: Fabiano Wey; Fotos: Soraya Sägesser

 

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2 thoughts on “Strafen kosten Ambrì mehr Punkte

  1. Sehr gut geschrieben und vor allem auch amüsant: Nur Kubalik war leider nicht dabei. Er fehlt Zwerger, das sieht man, aber die Saison ist noch jung und steht unter einer schweren Last. Hoffentlich dürfen wir noch lange, alle 3100 Zuschauer in die Valascia.

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