Stellungnahme von GBB zu Verfahren gegen den HCAP

Übersetzung der Stellungsname der Gioventú Biancoblú erschienen am 25. Januar 2013 auf www.heshootshescoores.com
Übersetzung nach besten Wissen  und Gewissen durch Angelo Lanini.

 „Wir haben vor einem irren Publikum gespielt. Klar hätte ich gerne, wenn die NHL losgehen würde, sollte sie aber nicht starten, wäre es sicherlich keine Tragödie weiter hier zu spielen – die Atmosphäre ist wirklich speziell.“
Duchene
„Ich habe noch nie vor einem Publikum gespielt, wie jenem in Ambri.“
Zetterberg

„Wenn wir so spielen würden, wie unsere Fans fanen, würden wir jedes Spiel gewinnen“
Noreau

„Drittes ‚sold-out‘ in Folge mit 6‘500 Zuschauern. Das ist in der regular season noch nie passiert. Eine ähnliche Situation gab es nur in den drei Heimspielen in den Playoffs der Saison 1998/99 gegen Lugano. Diese Zitate und diese Zahlen sind nur eine weitere Demonstration wie heissblütig, leidenschaftlich und farbentreu die Ambrifans sind. Eine grenzenlose Liebe, eine Liebe die keine Niederlage kennt und eine Liebe, die sich trotz den sechs wohl schwierigsten Jahren der Vereinsgeschichte enger um die Mannschaft geschnürt hat. In dieser schwierigen Zeit wurde ein Rekord an ausverkauften Spielen realisiert.

Eine einzigartige und unnachahmbare Realität – die letzten Hockeyverrückten des modernen Eishockeys. Eine Realität die sie zerstören wollen. Sie wollen uns das amerikanische Modell aufdrücken. Das ist unakzeptabel, verrückt. Und dann, wenn die amerikanischen Champions hierher kommen, verschlägt es diesen wegen unserer Atmosphäre die Sprache. Unser Problem ist es vielleicht, dass wir diese Realität, dieses Märchen, diese Mannschaft zu sehr lieben. Zweimal haben wir den Bankrott riskiert. Zweimal haben wir die Ärmel zurückgekrempelt und Abende, Konzerte und Spendensammlungen organisiert, um am Überleben unseres Traumes mitzuwirken: Ein Traum Namens Ambri-Piotta.

Wir haben gekämpft als sie uns verbieten wollten, so Stimmung zu machen, wie wir es für richtig halten – wie als man das Megaphon als Massenvernichtungswaffe deklarierte. Wir haben immer gegen die Kommerzialisierung der Fans gekämpft, die von ihrer aktiven Rolle in der Fankurve in die Rolle der zahlenden Marionetten gedrängt werden.

Nichtsdestotrotz, und wir sagen es klar und deutlich, tut uns das was passiert ist leid und wir wollen unser Bedauern für die Situation die sich entwickelt hat kundtun. Die Disziplinarstrafe scheint uns aber objektiv gesehen übertrieben und nicht angebracht. Sie repräsentiert einen Angriff auf unsere Leidenschaft, unser Bestreben die Fankurve und Ambri zu leben. Klar, wir sind leidenschaftliche Fans, wie es auch eine kürzlich bei Spielern der NLA durchgeführte Umfrage zeigte, die uns als die besten Fans der Schweiz bezeichneten.

Fans und eine heisse und farbige Fankurve, die in den letzten 25 Jahren die Unterstützung für die blau-weisse Sache nie missen liessen, in einer Konsitenz, Kompaktheit und Originalität, die im ganzen Land beneidet wurde. Bei Siegen oder Niederlagen, bei heroischen Momenten unseres Clubs, wie auch in den schwierigsten und heikelsten Zeiten, war die GBB, und wird es auch immer sein, immer an der Seite der blau-weissen Farben, weil, wie es ein Slogan vor 20 Jahren schon sagte: „dov’è l’Ambri là siamo noi!“ (Wo Ambri ist, sind wir!). Wir erleben die Spiele mit dem Herzen in der Hand und uns ist bewusst, dass wir immer der siebte Spieler waren, sind und immer sein werden: Der wichtige Spieler, der in den schwierigen Momenten den Unterschied machte; wie in den letzten Ligaqualifikationen.

Vor Jahren gewannen wir mal einen Preis für die schönste Choreographie. Heute ist eine solche Choreographie nur eine schöne Erinnerung, weil die Wunderkerzen* heute verboten sind, da sie als gefährlich eingestuft wurden. Wir entziehen uns nicht unserer Verantwortung. Wir haben das nie getan und werden es auch dieses Mal nicht tun. Und wie immer werden wir auch jetzt versuchen, in dieser Sache zu helfen. Während des letzten Derbys wurden im Stadion Fackeln abgebrannt. Wir sind transparent und übernehmen die Verantwortung. Wir sind aber der Meinung, dass sich alle Ambri-Fans verantwortlich zeigen sollten und im Hinblick auf die Zukunft des HCAP eine gewisse Reife an den Tag legen sollten. Wie gesagt, das Abbrennen der Fackeln ist unsere Schuld, aber das dauernde und lästige Werfen von Gegenständen, Stühlen etc. von der Tribüne oder das Bierwerfen in Rapperswil ist nicht unsere Sache.

Wir bitten jedoch die dafür Verantwortlichen (Liga etc.) gegenüber den organisierten Fangruppierungen einen gewissen gesunden Menschenverstand einzusetzen. Man darf keine Bussen wegen Konfetti (die anlässlich der Eintrittskontrollen durch die örtlichen Sicherheitsangestellten nicht beanstandet wurden) in Fribourg erhalten, man darf das Mitbringen von Fahnen die grösser als einen Meter sind nicht verbieten (Langnau), man darf nicht verlangen, dass sämtliche Fahnen etc. aus feuerfestem Material sind (Kloten), man darf Wunderkerzen etc. für die Choreographie nicht verbieten. Sonst werden wir am Schluss Stadien haben, in welchen alle ruhig sind. Vor ein paar Jahren haben sie einen Schritt zurück gemacht, was das Verbot  von Megaphonen angeht. Vielleicht ist es an der Zeit, die organisierten Fangruppierungen wertzuschätzen und nicht nur einzuschränken.

Aber vielleicht sind wir ja das Problem. Vielleicht gehören wir nicht mehr in diese Welt: Eine Welt in welcher ein Einzelrichter einen Spieler öffentlich wertschätzt, gerade er, der neutral sein sollte. Eine Welt, in welcher man für den Besuch eines Eishockeyspieles die Identitätskarte zeigen muss, sich fotografieren und registrieren lassen muss. Eine Welt in welcher der Präsident einer Eishockeyliga einen Verein vor dem Konkurs retten darf – aus welchen Eigeninteressen auch immer.

Ja, das Problem, wie so oft, sind wir. Es sind die Konfetti, die wir in Fribourg benutzt haben, es sind die Fackeln, die einige Jungs der Fankurve gezündet haben, die eigenen Emotionen, Enthusiasmus und Glücklichkeit über den Derbysieg nicht unter Kontrolle habend, der Einsatz einer Fontäne gegen Biel. Wir fragen uns, weshalb die Fackeln etc. überhaupt verboten wurden, nachdem sie über 25 Jahre lang für Choreographien benutzt wurden und beliebt waren, geschweige denn irgendwelche Schäden hervorgerufen haben?

Das speziell betonte Vorgehen der Liga gegen den HCAP, zusammen mit der konstanten Einführung von repressiven Regeln rund um Sportstadien, zielt einzig und allein darauf eine der letzten leidenschaftlichen Realitäten zu bändigen, die sich der gezwungenen Normalisierung noch nicht gebogen hat. Auch wir als GBB sind nicht vor Fehlern geweiht, das anerkennen wir. Aber wir sind der Meinung, dass wir als grosse blau-weisse Familie nicht erlauben dürfen, dass die Valascia, nach Einschränkungen und Einschränkungen, zu einem traurigen Friedhof wird, wo man die Spiele sitzend und ruhig  – mit Popcorn in der Hand – verfolgt. Das alles ist leider keine Fantasie mehr.

Gioventú Biancoblú*Unklar, ob mir „Bengala“ wirklich Wunderkerzen gemeint sind. Jedoch meinen sie was harmloses

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