Protest abgewiesen – wo bleibt die Eigenverantwortung der Liga?

Der NL Einzelrichter Reto Steinmann geht wegen Formfehler nicht auf den Protest des HCAP ein. Damit werden wir wohl nicht erfahren, wie die Liga in diesem verzwickten Fall entschieden hätte. Und die Liga entzieht sich einmal mehr der Verantwortung, wenn es um Schiedsrichterfehler geht.

Wir erinnern uns, schon fast im Wochentakt macht Schiedsrichterzunft mit teils krassen Fehlern auf sich aufmerksam. Dass dies oft Partien des HC Ambrì-Piotta betraf, mag Zufall sein. Ich will an dieser Stelle keine bewusste Benachteiligung der Leventiner unterstellen, da auch in diesem Fall die Unschuldsvermutung gilt, bis das Gegenteil bewiesen ist.

Beispiel 1: Übersehenes Tor des HCAP gegen die Kloten Flyers. Die Liga rettet sich vor einer Schuldanerkennung indem sie behauptet, das Tor hätte aus schwer nachvollziehbaren Gründen eh nicht gezählt. Tatsache bleibt, die vier Schiedsrichter haben es schlicht und einfach nicht gesehen – Fataler Fehler!

Beispiel 2: Ein Spieler des EHC Biel nimmt aktiv am Spiel teil, obwohl er auf der Strafbank sein müsste. Die vier Schiedsrichter verlieren die Übersicht und bemerken dies nicht – Fataler Fehler! Derr gerade in einer solchen heiklen Situation nicht passieren darf. Dass auch die ehrenamtliche Strafbankaufsicht des Heimklubs dabei nicht sehr gut aussieht, verneine ich nicht. Zwei gutbezahlte Headrefs und ihre Assistenten sollte diesen Fehler der Starfbankaufsicht aber bemerken. Der HCAP und der EHC Biel (!) legen Spielfeldprotest ein. Biel zieht als Sieger der Partie logischerweise zurück, Der HCAP bestätigt ihn, 2 Stunden und 4 Minuten am Folgetag zu spät.

Und wieder entzieht sich die Liga ihrer Verantwortung – wegen einem Formfehler des Protest einlegenden Klubs. Ohne eine Aussage, wie der Entscheid ausgefallen und begründet worden wäre. Klar der HCAP hat einen Formfehler begangen und muss nun die Konsequenz tragen, dass das Spiel nicht wiederholt wird.

Regeltechnisch korrektes Verhalten, aber nicht im Sinne des Sportes. Im Sinne der gross propagierten Fairness sollte die Liga in diesen Fällen selbst Fairness zeigen und auch mal zu Gunsten des Angeklagten entscheiden oder zumindest Antworten liefern, an denen sich andere Orientieren können.

Der NL Einzelrichter hat das Recht, von sich aus Verfahren gegen Spieler oder Teams einzuleiten. Warum nicht auch, bei regeltechnische Fehlern von Schiedsrichtern, die ein Spiel in hohem Masse beeinflussen? Es ist ja immerhin seine Aufgabe, die Spieler und Teams zu schützen. Dies sollte auch vor der „Ligagewalt“ möglich sein. Genau gleich, wie von Amtes wegen Verfahren gegen Polizisten eröffnet werden.

Ich bin gespannt, wie lange es geht, bis die Liga gegen ihr eigenes fehlerhaftes Verhalten so konsequent vorgeht, wie gegen das fehlerhafte Verhalten von Spielern, Teams und Zuschauern. Dies ganz im Sinne einer friedlichen Sportkultur.

Roland Jauch

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One thought on “Protest abgewiesen – wo bleibt die Eigenverantwortung der Liga?

  1. Sagen wir mal es dauert so lange bis ein „grosser“ davon arg betroffen ist. dann und erst dann wird die ganze sache auch medial ausgeschlachtet und dann wird sich die liga gezwungener massen an der eigenen nase nehmen müssen. solange es aber einen hcap oder den ehcb betrifft stört es im verband nicht viele.

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