Niederlage in Rapperswil – wars das?

Der HC Ambrì-Piotta verliert auch das kapitale Spiel gegen die Lakers mit 3:1 und rutscht wegen dem Sieg vom SC Bern unter den Pre-Playoff-Strich. Wegen einer Halswirbelstauchung im Derby musste Brian Flynn Forfait geben. Damit sind es noch vier Spieler Ambrìs, die alle 45 Spiele der Regular Season absolviert haben. Da Julius Nättinen noch immer nicht wieder spielen konnte, brachte Cereda nur zwei Ausländer aufs Matchblatt.

Die Gäste begannen nicht schlecht und konnten in der siebten Minute Powerplay spielen. Dass dies aber nicht sonderlich viel bedeuten muss, haben die letzten Wochen gezeigt – im Gegenteil. Ambrì lief in einen Konter und kassierte tatsächlich, nachdem Dienstag in Genf, bereits wieder ein Tor im Powerplay. Damit haben sie neun Shorthander kassiert. Das ist so viel, wie niemand sonst in der Liga. Das einstige Prunkstück Powerplay ist zu einem veritablen Sorgenkind geworden. Nur noch drei Teams haben tiefere Erfolgsquote mit einem (oder zwei) Mann mehr auf dem Eis.

Auf den Rückstand konnte der HCAP aber reagieren. Nur eine Minute später konnte Elia Mazzolini mit seinem ersten Saisontor ausgleichen. Es ist etwas sinnbildlich, dass kein ganz grosser Name für den Ausgleich besorgt ist. Wenig später traf Jiri Novotny zur vermeintlichen Führung. Der Tscheche, der wohl in seine Heimat zurückkehren wird, verwertete den eigenen Abpraller aber mit der Hand. Das Tor wurde so in der Folge richtigerweise aberkannt. Es war etwas der Anfang vom Ende. Bei den Leventinern schien wie der Stecker gezogen zu sein. Sinnbild war die doppelte Überzahl von 100 Sekunden im zweiten Drittel. Ausser geblockten Schüssen von Brendan Perlini resultierten keine gefährlichen Aktionen.

Elia Mazzolini ist einer der besten Spieler im momentanen Team.

Zu Beginn des dritten Drittels schien man noch nicht bereit gewesen zu sein. Nando Eggenberger schleicht sich im Rücken von Zaccheo Dotti weg und kann einen chancenlosen Benjamin Conz per Ablenker überwinden. Eggenberger ist es auch, der kurz vor Schluss mit dem 3:1 alles klar macht. Er verwertet einen Abpraller von Marco Lehmann. Ambrì war mit sechs Schüssen im letzten Drittel zu keiner Reaktion fähig. Drei Tore in den letzten vier Spielen ist etwas wenig. Mit einer katastrophalen Schussquote von 6.26% sind sie auf dem letzten Platz der gesamten Liga. Selbst letzte Saison war diese Zahl deutlich höher. Die Schüsse kommen zwar nicht weniger aus dem Slot, aber sind ganz offensichtlich zu wenig gefährlich und platziert. Es fehlt ein Sniper à la Kubalik.

An Benjamin Conz liegt es nicht.

Durch den Sieg vom SC Bern im Hallenstadion sind sie punktgleich mit Ambrì und verdrängen diesen auf den elften Platz. Für Ambrì wird die Sache im Kampf um den zehnten Platz und die Pre-Playoffs delikat. Geht man davon aus, dass Bern zu stabil ist und den Platz in den Top 10 nicht mehr hergeben wird, geht es noch gegen die Lakers. Ambrì hat ein Spiel weniger als die St. Galler, aber sechs Punkte weniger. Kommt dazu, dass sie auf jeden Fall die schlechtere Direktbegegnung haben. Dieses Kriterium kommt bei Punktgleichheit als erstes zum Zug. Ambrì braucht nach 52 Spielen also einen Punkt mehr. Das Heimspiel gegen die Lakers am 29.3. ist Pflicht. Dann müssen sie aber noch vier Punkte gutmachen. Mit unter anderem dem letzten Derby und dem Spiel gegen Zug ist das Restprogramm hart. Es wird schwer, ist aber nicht unmöglich. Ein Exploit, wie beispielsweise ein Sieg in Zug, ist unumgänglich

Bericht: Fabiano Wey; Foto: Archiv GdA

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