Muss Malkov die Schweiz verlassen?

Petr Malkov. Wohl so praktisch jeder Fan des HC Ambri-Piotta schwelgt beim Lesen dieses Namens in Erinnerungen. 83 Spiele, 48 Tore, 73 Assists, Total 121 Punkte realisierte der ukrainisch-russische Doppelbürger während seiner Zeit als Spieler in der Leventina in den Jahren 1991 bis 1994. Jetzt scheint es, als müsste er seine zweite Heimat, die Schweiz, verlassen.

 

Petr Malkov anlässlich des Legendenspiels zusammen mit Gabriele Pons, Mauro Foschi und Gabriele Fransioli

Petr Malkov anlässlich des Legendenspiels zusammen mit Gabriele Pons, Mauro Foschi und Gabriele Fransioli

Zusammen mit Yuri Leonov bildete er ein gefürchtetes Angriffsduo.  Seit 20 Jahren mit dem Tessin verbunden, scheint Petr Malkov nun sein Aufenthaltsrecht in der Schweiz zu verlieren.
Nach seiner Spielerkarriere amtete er während der Saison 2004/2005 in Fribourg als Assistenz-Trainer, bevor er dann für zwei Saisons die gleiche Position beim HCAP einnahm. Nach diesen ersten Erfahrungen als Coach übernahm er in der Saison 2007/2008 die Elite-A-Junioren-Mannschaft des HC Ambri-Piotta.
Dass er das Land im Jahr 2008 in Richtung KHL verliess, könnte ihm nun zum Verhängnis werden. Das zuständige Departement des Kantons Tessin liess verlauten, dass Malkov, als er das Land verliess, sämtliche Aufenthaltsansprüche verloren habe. Als er 2014 wieder in die Schweiz kam und als Direktor der Jugendabteilung des HC Ambri-Piotta verpflichtet wurde, habe er eine neue Arbeitsbewilligung erhalten, die aber an diese Tätigkeit gebunden gewesen sei. Mit der Beendigung des Anstellungsverhältnisses mit dem HCAP habe Malkov das Aufenthaltsrecht wiederum verloren. Die Tessiner Behörden präzisieren, dass Drittstaatenangehörige wie Malkov keine Bewilligung als Profi-Trainer bekommen, wenn die von ihnen trainierte Mannschaft nicht in einer der oberen Liegen (NLA oder NLB) spielt.
Da Petr Malkov die erste Mannschaft des HC Valle Verzasca, ein Team der 3. Liga, als Headcoach übernommen habe, könne er als Profi-Eishockeytrainer aus gesetzlichen Gründen nicht in der Schweiz bleiben, weil ihm die Bewilligung aus den oben geschilderten Gründen nicht erteilt würde. Unter dem Strich heisst das, dass Petr Malkov, sollte der Entscheid rechtskräftig und ein Rekurs abgewiesen werden, die Schweiz verlassen muss.
Im Tessin hat diese Nachricht unter den Eishockeyfans grosse Betroffenheit ausgelöst. Auch der HC Ambri-Piotta hat sich mit dem Präsidenten Filippo Lombardi zu Wort gemeldet. Auf Facebook schreibt Lombardi sinngemäss, dass er sehr unglücklich darüber sei, dass man Petr Malkov die Aufenthaltsbewilligung B nicht verlängern wolle. Weiter schrieb er, dass gegen diese Entscheidung rekurriert und nach einer Lösung gesucht werde. Lombardi schloss mit den Worten:
„Ambri lässt seine Leute nicht im Stich!“
Derzeit wurde auf Facebook die Gruppe „Giu le mani da Petr Malkov“ (Hände weg von Peter Malkov) gegründet, um den Eishockeyfans – egal welcher Farben – eine Stimme in dieser Sache zu geben.
https://www.facebook.com/groups/410799659116994/

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