Dramatik pur beim Sieg gegen den EHC Biel

Ambrì gewinnt gegen den EHC Biel mit 3:2 nach Verlängerung. Ein Spiel das brachte Helden in unterschiedlichen Ausprägungen hervor. 

Luca Cereda setzte gegen das Team der Stunde auf ein erfahrenes LineUp. Dabei konnte er auch wieder auf Cory Emmerton zurückgreifen, der seine Schulterverletzung auskuriert hat.

Ambrì startete gut ins Spiel. Bereits in der 2. Minute verhinderte der Pfosten die Führung für die Leventiner. Vielleicht waren sie aber etwas zu übermotiviert. In der 6. Minute waren es nämlich die Seeländer, die einen Scheibenverlust Ambrìs eiskalt zum 1:0 ausnutzten.

Ambrì versuchte zu reagieren. Doch ihr Spiel war zu harmlos. Keine Emotionen, wenig Intensität, die Schüsse auf Hiller zu vorhersehbar und kein Zweikampfverhalten erkennbar. Dass Ambrì sich nur mit einem Eintorerückstand in die Kabine verabschiedete, war Benjamin Conz zu verdanken.

 

Dass es so nicht weitergehen klar, war allen klar. Und tatsächlich, Ambrì kam wie verwandelt aus der Kabine. Zu Gute kam dabei, dass Biel noch eine Reststrafe abzusitzen hatte. Die BiancoBlu zogen ihren Powerplay auf. Dominic Zwerger sah Dominik Kubalik auf der anderen Seite freistehen und bediente diesen mit einem Lasterpass durch die Zone der Bieler. Kubalik lässt mit seiner Direktabnahme Hiller keine Abwehrchance.

Kubalik trifft zum 1:1

Kubalik trifft zum 1:1

Nun drückte Ambrì Biel sein Spiel auf. Es wurde wieder um jeden Puck gekämpft, die Intensität erhöht und auch die Emotionen erfassten die Spieler und vor allem auch die Zuschauer. Die Stimmung in der Valascia begann langsam zu kochen.

Es wurde wieder um jede Scheibe gekämpft

Es wurde wieder um jede Scheibe gekämpft

In der 33. Minute ein Angriff. Wieder war es Zwerger, der diesmal D’Agostini mit einem schönen Zuspiel bediente und schon zappelte der Puck wieder im Netz. Wenige Minuten später kochte der Hexenkessel Valascia über. Biels Fey drückte D’Agostini in die Bande. Die Schiedsrichter liessen das Spiel weiterlaufen und D’Agostini schleppte sich auf die Bank. Captain Fora intervenierte sofort bei den Unparteiischen, aber ohne Erfolg. Gegenstände flogen aufs Eis, einer davon traf einen Head-Schiedsrichter am Kopf, der dies unverzüglich in seinem Notizblock vermerkte. Diese Szenen werden damit wohl eine Busse zu Folge haben. In der Pause kühlten die Gemüter dann wieder etwas ab.

Conz mit einem seiner zahlreichen wichtigen Saves

Conz mit einem seiner zahlreichen wichtigen Saves

Das letzte Drittel war dann ein offener Schlagabtausch. Ambrì suchte den dritten Treffer und Biel seinerseits den Ausgleich. Immer wieder waren es die beiden Torhüter, die mit Glanzparaden Tore verhinderten. Hiller machte dann einem sechsten Feldspieler Platz. Es war aber Conz, der dadurch zum tragischen Helden der Partie wurde. Conz versuchte die Scheibe von hinter dem Tor via Bande nach vorne zu spielen. Pouliot, Biels Spieler mit dem besten Torriecher, unterband dies und konnte den Puck in verwaiste Ambrì-Tor einschiessen. Dramatik pur wie in einem Hollywoodfilm. Das Spiel ging in die Verlängerung. Hier waren es nur die BiancoBlu die drückten. Fora konnte in der 65. Minute in der eigenen Zone den Bielern den Puck abluchsen und passte zu Zwerger, der alleine auf Jonas Hiller losziehen konnte. Mit unglaublichem Tempo und Coolness setzte er den Puck ins hohe Eck zum Happy End für die Leventiner.

Gamewinner durch Dominic Zwerger

Gamewinner durch Dominic Zwerger

Zwerger wurden damit zum klassischen Helden, zum ersten Mal seit dem 2. Dezember 2017 die La Montanara in der Valascia erklingen liess. Die Dramaturgie seiner Rolle hat er perfekt umgesetzt mit den beiden entscheidenden Zuspielen zu den ersten beiden Treffern und dem Tor in der Overtime. Zu Recht wurde er zum besten Spieler gewählt.

Der tragische Held des Abends war zweifellos Benjamin Conz. Sein ungewollter Fehlpass führte zum Ausgleich. Ihm aber die Schuld für den Punktverlust zuzuschieben wäre aber nicht fair. Mit seinen Paraden an diesem Abend, hat er Ambrì vor allem Punkte ermöglicht.

Dominik Kubalik und Matt D’Agostini konnten eine längere Periode ohne Torerfolg beenden. Auch Cory Emmerton hat sich bereits wieder gut ins Team integriert. Monnet und Guggisberg zeigten, dass auch sie weiterhin über Tempo und Spielübersicht verfügen. Gegen Biel offenbarte sich aber einmal mehr, dass wenn ein starker Torhüter beim Gegner im Tor steht, der notwendige Killerinstinkt bei den Leventinern noch zu wenig ausgeprägt ist.

Ambrì zeigte ab dem zweiten Drittel wieder die Spielweise, die sie anfangs Saison erfolgreich gemacht hat. De frühe Treffer gab der Mannschaft sichtlich Selbstvertrauen. Diese Spielweise wird auch heute auswärts gegen den SC Bern das Rezept sein, um Punkte aus der Hauptstadt zu stehlen, wie Marco Müller im Interview erklärt.

Interview mit Marco Müller:

Tore:
05:04 0:1 EQ Mathias Joggi (Sutter)

21:02 1:1 PP Dominik Kubalik (Zwerger, Fora)
32:32 2:1 EQ Matt D’Agostini (Zwerger, Emmerton)
58:33 2:2 EQ Marc-Antoine Pouliot
64:29 3:2 EQ Dominik Zwerger (Fora, Müller)

Strafen

Ambri: 3×2
Biel: 2×2

Zuschauer:
3929

Bericht/Fotos: Roland Jauch

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