Mit Demut, Respekt und Familiengeist zum Ligaerhalt

Wie in den vergangenen Jahren ist der Ligaerhalt das primäre Saisonziel des HCAP. Die Mehrfachbelastung bringt dabei eine besondere Herausforderung mit. Infos von der offiziellen Saisoneröffnungs Pressekonferenz.

Sportchef Paolo Duca: "im Sport gibt es keine Wunder."

Sportchef Paolo Duca: „im Sport gibt es keine Wunder.“

Es wird eine besondere Saison für den HCAP werden. Dies zeigt sich auch darin, dass die offizielle Pressekonferenz zur Saisoneröffnung nicht erst Ende August, sondern bereits vor der Spielerpräsentation stattfand. Das gedrängte Programm von Trainingscamp, Testspielen, Champions Hockey League und Cup zwingen den Staff, die kurze Zeit möglichst optimal zu nutzen.

Filippo Lombardi spricht denn auch von einer historischen Saison. Da ist einerseits der Baubeginn für das neue Stadion, aber auch die Teilnahme an der Champions Hockey League und Spengler Cup.

Sportchef Paolo Duca mahnte vor zu hohen Erwartungen: «Nach einer sehr positiven Saison und dem Abgang wichtiger Spieler, darunter Kubalik, halte ich es für wichtig, dass wir uns daran erinnern, wer wir sind, wo wir herkommen und was unsere Realität ist. Dies ist wichtig, weil man im Sport sehr schnell von Emotionen mitgerissen werden kann. Dies können Höhen oder Tiefen sein und man kann schnell den eingeschlagenen Weg aus den Augen verlieren. “

Ambrì gehe den eingeschlagenen Weg als Ausbildungsklub weiter. Dabei spielen die definierten Werte Demut, Respekt und Familiengeist eine grosse Rolle. „Unsere Philosophie ist weiterhin, dass es im Sport keine Wunder gibt. Der einzige Weg um Fortschritte zu erzielen, besteht darin, hart zu arbeiten“, fuhr er fort. „Das einzige, bei dem wir niemals Kompromisse eingehen oder Rabatte gewähren, ist die Einstellung.» Dass dies der richtige Weg ist, habe die Entwicklung der letzten beiden Jahre gezeigt. Ambrì wolle seinem Publikum weiterhin ein dynamisches, schnelles und kämpferisches Hockey bieten. Dazu gehören auch Niederlagen «Man darf verlieren, aber mit Ehre.»

Den Erfolg sucht Luca Cereda weiterhin, in dem man auf den vorhandenen Stärken aufbaut. Das Spielkonzept ist dabei ziemlich einfach: «Wir wollen das Tor des Gegners immer so schnell wie möglich attackieren.» Dazu wird man nun ein sechseinhalbwöchiges Trainingscamp durchführen. Die grösste Herausforderung der Saison sieht Cereda in der  Planung mit vier statt nur zwei Wettbewerben. «Auf der physischen Ebene sehe ich keine großen Probleme, das Team hat sich gut vorbereitet, während wir auf der emotionalen Ebene mit den Situationen gut umgehen müssen.“

Luca Cereda geht bereits in seine dritte Saison als HCAP Headcoach.

Luca Cereda geht bereits in seine dritte Saison als HCAP Headcoach.

Für eine erfolgreiche Meisterschaft braucht es Konstanz: «Spiel für Spiel vorwärts gehen, aus jedem Spiel lernen und am nächsten Tag wieder mit der richtigen Einstellung als Team aufs Eis gehen» fasste Cereda dies zusammen.

Cereda zu den einzelnen Wettbewerben: «Die Champions League ist für uns eine Ehre. Wir dürfen uns mit anderen Hockeykulturen messen und wertvolle Erfahrungen sammeln. Dieser Wettbewerb wird uns kurzfristig sicher emotional Kraft kosten, uns mittel- und langfristig aber stärker machen.» Man werde sich dabei versuchen so gut wie möglich zu verkaufen.

BannerGazzetta_logoneu

Auch der Cup stellt eine Möglichkeit dar, weiter Fortschritte zu machen. Das Ziel im Cup ist klar, so weit wie möglich zu kommen.

Cereda zur Einladung nach Davos: «Der Spengler Cup ist derzeit noch sehr weit weg. Daher machen wir uns dazu noch keine grossen Gedanken. Aber auch dort wird es wichtig sein, mit der richtigen Einstellung ins Turnier zu gehen.»

Cereda sprach auch zwei Themen an, die derzeit für Gesprächsstoff sorgen, der Weggang von Kubalik und die Verletzungen einiger Spieler: «Es ist wahr, wir haben Spieler verloren, bevor wir angefangen haben, und es ist auch wahr, dass es für uns unmöglich war, den Tschechen zu ersetzen. Aber einer unserer Werte ist Belastbarkeit, wir geben nicht auf und finden Lösungen auch in den kompliziertesten Situationen. Wir werden versuchen, härter und besser zu arbeiten, und was Kubalik betrifft, glaube ich, dass Ambrì in den letzten anderthalb Jahren viel von ihm profitiert hat, aber ich bin ebenso sicher, dass auch Kubalik von der Mannschaft, dem Staff und dem Verein im Allgemeinen profitiert hat.»

Paolo Duca stellte zum Abschluss das Team vor. Dieses besteht aus einem starken Kern mit ausländischen und Schweizer Spielern. Um diesen Kern herum, werden weiterhin junge Spieler eine Chance erhalten um Verantwortung zu übernehmen. Ein Rezept, das sich bewährt hat.

Die Prima Squadra für die Saison 2019/2010

Die Prima Squadra für die Saison 2019/2010

«Das primäre Ziel ist auch diese Saison der Ligaerhalt. Das bedeutet nicht, sich zurückzulehnen, sondern sich des Potenzials der Mannschaft, des Niveaus der Meisterschaft und vor allem der Tatsache bewusst zu sein, dass jede Saison ihre Dynamik hat und von vorne anfängt“, kommentierte Paolo Duca. „Wir werden versuchen, jedes Spiel zu gewinnen, aber wenn wir den Ligaerhalt schaffen, können wir sicher alle aufatmen.“

Duca machte auch noch auf die Bedeutung der Ticino Rockets aufmerksam. Die Rockets sind ein wichtiges Puzzleteil in der Strategie des HCAP. Daher war es auch enorm wichtig, zusammen mit dem HC Lugano und dem HC Davos eine Lösung zu finden. Es gebe weiterhin viele gute junge Spieler, die sehr viel Potential für die Zukunft haben.

Wir nutzten die Gelegenheit, um mit Filippo Lombardi über den Stand der Arbeiten der neuen Halle sowie einem Off-Ice Ausblick auf die neue Saison zu sprechen.

Bericht/Fotos/Interview: Roland Jauch

 

 

 

5 (100%) 1 vote

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *