Hollywood führt Regie beim 1. Spiel

Was für ein Spiel zu Saisonbeginn. Gleich von der ersten Minute an ging es voll zur Sache und Hollywood führte Regie mit einem Happyend für den HCAP.

Den Bernern war anzusehen, dass sie den Spielrhythums dank der Champion Hockey League bereits gefunden hatten. So erstaunte es nicht, dass sie von Anfang an viel Druck machten und so erfolgreich die Leventiner von ihrem Spiel abhielten.

Wie immer, wenn man sich nach langer Zeit wieder zum ersten Mal sieht, wurden viele „Nettikeiten“ ausgetauscht. Im Gegensatz zu früheren Jahren stellten sich sie Biancoblù aber den Bären und ihren Provokationen  tapfer entgegen. Zumindest in diesem Bereich war der HCAP von Beginn an voll dabei.

Anfang des zweiten Drittels hiess es nach 25 Sekunden schon 0:1 für die Berner. Inti Pestoni konnte einen vielversprechenden Angriff nicht verwerten und den Konter nutzte Pluss mit einem satten Schuss eiskalt zur Führung aus.

Lauper mit erstem Tor

Lauper erzielt sein erstes Tor als Biancoblu und das erste HCAP Tor der neuen saison

Lauper erzielt sein erstes Tor als Biancoblu und das erste HCAP Tor der neuen Saison (Foto: R.Jauch)

Dass aber auch die Tessiner konterstarke Spieler haben, zeigte Adrian Lauper, der mit seinem ersten Tor im Dress der Biancoblù das Spiel ausglich.

Der zweite grosse Solist war Daniel Steiner, der mit einer sehr schönen Einzelleistung sein Team in Führung schoss. Der dritte hätte Alexandre Giroux werden können. Auch er hat die oft desorganisierte Berner Hintermannschaft und ihren Torhüter elegant umspielt und zum vermeintlichen 3:1 eingeschossen. Das Tor war aber zu diesem Zeitpunkt, bereits während längerer Zeit, leicht verschoben.

Das letzte Drittel wurde dann sehr turbulent. Die Hauptrolle hier spielte der Zeitnehmer. Mehrmals musste die Matchuhr korrigiert werden.

Daniel Steiner bejubelt seinen Treffer zum 2:1. Auch Adam Hall (Nr 14) wäre bereitgestanden.

Daniel Steiner bejubelt seinen Treffer zum 2:1. Auch Adam Hall (Nr 14) wäre bereitgestanden. (Foto: R. Jauch)

Daniel Steiner netzte mit seinem zweiten persönlichen Treffer zum 3:1 ein. Die Berner kamen rund zwei Minuten vor Schluss zum Anschlusstreffer. Die Spannung in der ausverkauften Valascia stieg ins Unermessliche. Dann etwa 10 Sekunden vor Spielende, Inti Pestoni wird an der Bande hart aber fair gechecked. Das Spiel geht weiter, oder doch nicht? Auf dem Eis herrscht Verwirrung, Die Bernen sind weiter im Angriff und an der Bande bleibt Pestoni auf dem Eis liegen. Dann wird das Spiel definitiv unterbrochen. Nur noch wenig Zeit bleibt auf der Matchuhr. Die Fans stimmen die La Montanara an. Und die Spieluhr wird um sieben Sekunden zurückgestellt.

Kurioses Tor in letzter Sekunde

Genügend Zeit für die Berner, die von allen Hockeygöttern begünstigt wenige Zehntelsekunden vor der Sirene zum Ausgleich kommen. Der Puck springt über einen Schneehaufen unglücklich ins Tor von Zurkirchen. Hollywood hätte das Drehbuch nicht besser schreiben können.

In der letzten Sekunde der Verlängerung wieder Pech für den HCAP, ein Schuss Steiners geht nur an den Pfosten. Es kommt zum Penaltyschiessen.

Das Momentum lag zu diesem Zeitpunkt voll auf der Seite der Berner. Wohl kaum ein Fan der Leventiner hat zu diesem Zeitpunkt noch 100% an den Sieg geglaubt.

Penaltyschiessen entscheidet

Pestoni verwertet seinen Penalty gegen Marco Bührer. (Foto: R. Jauch)

Pestoni verwertet seinen Penalty gegen Marco Bührer. (Foto: R. Jauch)

Dass am Ende doch noch die Leventiner jubelten, liegt am immergleichen Drehbuch grosser Hollywood-Filme. Giroux und Pestoni, mit seiner typischen Finte, erzielen die Treffen und Zuri hält den entscheidenden fünften Versuch der Berner. Grosses Finale mit akustischem Feuerwerk in der Valascia.

Auch wenn es „nur“ zwei Punkte gab, ist der HCAP der verdiente Sieger der Partie. Einer Partie, die alle Zuschauer definitiv wieder mit dem Eishockeyfieber angesteckt hat.

Aucoin auffällig unauffällig

Keith Aucoin, der neue Center an Girouxs Seite zeigte eine gute Partie. Seinem Wesen entsprechend unauffällig war er auf dem Eis, hat aber gezeigt, dass er seine Linienpartner Pestoni und Giroux mit seinen Pässen bestens bedienen kann.

Auffälliger dagegen waren Ryan O’Byrne und Adam Hall. Beide zeigten, dass sie auch der Konfrontation Mann gegen Mann nicht aus dem Weg gehen.

Derweil musste Jesse Zgraggen das Spiel von aussen betrachten.

Nach den Bären die Löwen

Heute reisen die Leventiner für ihr zweites Spiel in die Höhle des Löwen. Die ZSC Lions haben in der Saisonvorbereitung und der Champions Hockey League gezeigt, dass sie auch dieses Jahr wieder zum engsten Kreis der Titelfavoriten gehören. Mit einem fast unveränderten Kader startet der Meister in die Saison. Die Lions bestreiten heute Abend bereits ihr drittes Spiel in dieser Woche. Da stellt sich die Frage, wieviel Tiger die Löwen noch im Tank haben. Zu gute kommt ihnen aber sicher, dass sie bereits jetzt zu ihrem Spielrhythmus gefunden haben.

Grosse Veränderungen im Kader des HCAP dürfte es keine geben. Es wird wohl wieder Goalie Nummer 1, Sandro Zurkirchen, das Tor hüten. Mit Lüthi, Bianchi und Stucki sind weiterhin drei Stürmer verletzt. Die Frage ist, ob Jesse Zgraggen heute zu seinem Debüt auf Schweizer kommt. Mit dem Schwung und dem Glauben an den SIeg aus dem gestrigen Spiel liegen auch im Hallenstadion Punkte für den HCAP bereit. Wir sind gespannt, wie das Drehbuch für das 2. Spiel aussieht.

Roland Jauch

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