Hiller beendet Ambrìs Traumsaison

Ambrì verliert das fünfte Spiel der Playoff Viertelfinals gegen den EHC Biel mit 2:1. Damit ist die Saison für die Leventiner beendet.

Man es ist es nicht unbedingt gewohnt, dass die Saison als Ambrì-Fan mit einer Niederlage endet. An diesem 19. März ist es wieder einmal soweit. Bis es aber soweit war, kämpfte die Squadra noch einmal bis ans bittere Ende, wie man es die ganze Saison zelebriert hat. Mit dieser Spielweise hat man begeistert und sämtliche «Experten» überrascht. Nun ist die Enttäuschung zweifellos da und das muss auch so sein. Aber schon in wenigen Tagen wird man sehen was man geleistet hat und woher man kommt. Vor allem die Fans hätten vor der Saison dieses Ergebnis wohl mehrheitlich genommen.

Jonas Hiller brauchte den Puck auch im fünften Spiel immer wieder unter Kontrolle

Jonas Hiller brauchte den Puck auch im fünften Spiel immer wieder unter Kontrolle

Noele Trisconi brachte die Hoffnung auf ein weiteres Heimspiel kommenden Donnerstag bereits nach 114 Sekunden zu den Tifosi. Er schnappte sich die Scheibe und lief von links nach rechts durch die Bieler-Zone. Als der Winkel schon sehr spitz war, schloss die Nummer 18 aus dem Handgelenk ab und erwischte Jonas Hiller über der Fanghand. Er wurde wohl etwas überrascht. Es sollte das 147. und letzte Tor in dieser Saison für den HCAP sein. Dass es gerade Trisconi mit seinem vierten Saisontreffer erzielt, ist etwas sinnbildlich. Eigentlich zu klein und deshalb zu leicht, hat er nie aufgegeben und ist immer bis zum Umfallen jeder Scheibe hinterhergejagt. Die Führung durch Trisconi hielt nur 2:40 Minuten. Ambrì begann sehr druckvoll und mit viel Zug vors Tor. Kurz nach der Führung hatte Jiri Novotny noch eine Riesenchance zu erhöhen und so seinen ersten Skorerpunkt der Playoffs zu buchen. Dann liess aber Nick Plastino Damien Brunner passieren und der überlistete Conz gegen den Lauf.

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Kurz vor Ende des ersten Drittels dann noch eine äusserst hässliche Szene. Marco Pedretti haut abseits des Spielgeschehen den Stock in die Kniekehle von Dominik Kubalik. Dafür erhält Pedretti (nur) zwei Minuten und Kubalik verschwindet in die Kabine. Glücklicherweise kehrt er für das zweite Drittel aufs Eis zurück. Strafen spielten an diesem Abend keine Rolle. Auch das entscheidende Tor für die Bieler Halbfinal-Qualifikation durch Robbie Earl fiel bei nummerischem Gleichstand auf dem Eis. Etwas das in dieser Serie nicht die Regel war. Ambrì hatte noch über 32 Minuten Zeit und kam zu sehr guten Chancen. Novotny traf beispielsweise noch den Pfosten oder dann war Hexer Jonas Hiller einmal mehr Endstation. In Spiel 5 und in der gesamten Serie schossen die Leventiner mehr auf das gegnerische Tor, aber es ist wohl nicht übertrieben zu sagen, dass Hiller diese Serie für sein Team gewonnen hat. Mit einer überirdischen Fangquote von 94.4% ist er der momentan beste Goalie der Playoffs. Man ist verleitet zu behaupten, dass Ambrì diese Serie gegen jeden anderen Goalie wohl gewonnen hätte.

 

Grazie Ragazzi für diese tolle Saison

Grazie Ragazzi für diese tolle Saison

Alles lamentieren und hadern nützt nichts. Die Saison ist mit einer Niederlage zu Ende gegangen. In Erinnerung bleiben aber die schier unendlich vielen unvergesslichen Momente, die diese Mannschaft beschert hat. Der Sieg vergangenen Samstag war magisch, der Sieg im Derby am 15. Februar war hoch emotional, der Shorthander von Kubalik zum Sieg gegen die Lakers zu Saisonbeginn oder der Penaltysieg in Bern nach einem riesigen Kampf sind nur ein paar Highlights einer Saison, die in Erinnerung bleiben werden. Oder wird es nun noch besser? Dieser Mannschaft ist alles zu zutrauen. Diese Zeilen zu schreiben, hätte ich mir vor zwei Jahren nur erträumt…

Übrigens: Die neue Saison beginnt wohl bereits im August…in der Champions League.

Bericht: Fabiano Wey
Fotos: Roland Jauch

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