Fehler eingestanden, keine Konsequenzen für D’Agostini

Im Meisterschaftsspiel der National League vom 13. Januar 2018 zwischen den ZSC Lions und dem HC Ambri-Piotta hat Matt D’Agostini seine dritte Spieldauerdisziplinarstrafe in dieser Saison erhalten. Der Einzelrichter für Disziplinarsachen Leistungssport hat diese Strafe aufgrund eines Fehlentscheids im gestrigen Spiel aufgehoben. Matt D’Agostini ist somit für das heutige Spiel spielberechtigt. 

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Die Szene führte zu Staunen. Matt D’Agostini stupste seinen Gegenspieler mit der Stockspitze leicht an. Das Schiedsrichterquartett beriet sich auf dem Eis und entschied auf Stockstich. Matt D’Agostini wurde mit fünf Minuten und Spieldauerdisziplinarstrafe unter die Dusche geschickt.

Nach dem Spiel haben die Schiedsrichter die Szene nochmals auf Video angeschaut und ihren Fehler bemerkt und im Rapport wie folgt vermerkt: „Nach dem Spiel haben wir uns die Szene auf Video angeschaut und sind der Meinung dass das ein Fehler war und keine Strafe ist. Matt D‘Agostini wurde zu unrecht mit 5 & SPD bestraft.“

Aufgrund dieses Eintrags im Rapport wurde das Verfahren eingestellt. Ohne Konsequenzen für Matt D’Agostini. Da es bereits seine dritte Spieldauerdisziplinarstrafe gewesen wäre, hätte D’Agostini mit weiteren Spielsperren rechnen müssen.

Auszug aus dem Urteil:

Ein Stockstich liegt gemäss der Regel 161 IIHF vor, wenn ein Spieler mit dem Ende seines Stockblatts einen Gegenspieler sticht oder zu stechen versucht, unabhängig davon, ob er den Stock mit einer oder mit beiden Händen hält. Ein Kontakt mit dem Gegner ist nicht nötig, um eine Strafe zu verhängen. Ein Spieler, der gegen einen Gegenspieler einen Stockstich ausführt, erhält eine Grosse Strafe und eine automatische Spieldauerdisziplinarstrafe oder eine Matchstrafe (Regel 161 II IIHF).

Nach Sichtung des vorhandenen Videomaterials kommt der Einzelrichter Tarifverfahren zum gleichen Schluss wie die Schiedsrichter, dass die SPD zu Unrecht ausgesprochen wurde. Der Beschuldigte berührt zwar den Gegenspieler mit der Stockschaufel, aber ohne jegliche Intensität. Ausserdem findet keine eigentliche Stichbewegung statt. Der ursprüngliche Entscheid der Schiedsrichter, dass der Beschuldigte die Regel 161 IIHF verletzt hat, ist daher qualifiziert falsch. Die SPD ist folglich nicht zu bestätigen und das Verfahren einzustellen.

Entscheid:

1. Das Verfahren gegen Matt D‘Agostini wird eingestellt.
2. Es wird festgestellt, dass Matt D’Agostini damit in der Saison 2017/2018 erst zwei Spieldauerdisziplinarstrafen verschuldet hat.
3. Es werden keine Kosten erhoben.

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