Ernüchternder Auftritt im Cup gegen Dübendorf

Ambri gewinnt in der ersten Runde des Schweizer Cups knapp mit 2:3 nach Verlängerung gegen den EHC Dübendorf aus der MySports League. Die doppelte Oberklassigkeit war nur selten zu sehen. Für den Saisonstart am Freitag ist eine Leistungssteigerung dringend notwendig.

Ambri reiste mit einer ansehnlichen Mannschaft nach Dübendorf. Mit Ausnahme der Stürmer Matt D’Agostini und Dominic Zwerger sowie Verteidiger Michael Ngoy traten die Leventiner in Vollbesetzung an. Ausserdem stand Dominik Hrachoniva im Tor, während Viktor Östlund sein Ersatz war und Daniel Manzato zu Hause bleiben und sich für die Meisterschaft vorbereiten durfte.

Streikt die Technik, muss Manpower ran

Streikt die Technik, muss Manpower ran

Das Spiel startete 20 Minuten verspätet, weil die Eismaschine bis etwa 20:00 kein Wasser mehr ausschüttete. Als zwei Helfer bereits den Schnee mit Schaufel und Garette beiseitigt hatten, funktionierte die Maschine doch noch.

Dann ging es endlich los in der gut gefüllten Halle in Dübendorf. Beide Mannschaften starteten kämpferisch in die Partie. Ambri sollte sich dies eigentlich gewöhnt sein, doch individuelle Fehler nahmen immer wieder das Tempo aus dem Spiel. In der 13. Minute fiel dann der erste Treffer für den vermeintlichen Favoriten. Etwas glücklich prallte der Puck nach einem missglückten Passversuch zu Johnny Kneubühler zurück. Dieser bewies dann das feine Auge und legte für den komplett freistehenden Brian Flynn auf, der seinen ersten Pflichtspieltreffer für Ambri erzielte.

Fünf Minuten später sass erstmals ein Dübendorfer auf der Strafbank. Nach statischem Beginn des Powerplays entschied sich Marco Müller einfach mal abzuziehen und erwischte damit den Torhüter mit Glück unter dem Fanghandschuh. Dieser wäre auch haltbar gewesen.

0:2 Pausenstand, trotz einer – wie soll man sagen – mittelmässigen Leistung schien alles nach Plan zu laufen. Während sich in der ersten Halbzeitpause viele in der Hockeybar verpflegten (unter anderem der Berichterstatter), hörte man von der Tribüne aber plötzlich lautes Gejubel. Dübendorf gelang tatsächlich der 1:2 Anschlusstreffer.

Für die weitere Leistung im zweiten Drittel erübrigt sich jeder weitere Kommentar. Abgesehen von einem Lattenschuss, vielen unnötigen individuellen Fehlern und vermeidbaren Strafen auf Seiten Ambris machte Dübendorf das Spiel. Alle fünf Tessiner standen dabei jeweils komplett neben der Spur.

Ein Foto mit den höherklassigen Gästen gehört zum Cup.

Ein Foto mit den höherklassigen Gästen gehört zum Cup.

Wer dachte, Luca Cereda hätte in der zweiten Pause die richtigen Worte gefunden, lag definitiv falsch. Als der zuvor solide Hrachovina in einen Sekundenschlaf fiel, stand es plötzlich 2:2. Und als derselbe Schlussmann einen langsamen Schuss aus weiter Entfernung ohne irgendwelche Einschränkung des Sichtfeldes an den Innenpfosten prallen liess, musste man wirklich anfangen, sich Sorgen zu machen.

Doch immerhin: Der Schlussabschnitt war insgesamt nicht mehr so schlecht wie das Mitteldrittel, was die ganze Sache allerdings auch nicht viel besser machte. Es kam zur Verlängerung, wo mit 3 gegen 3 Feldspielern deutlich mehr Platz vorhanden war und sich die individuelle Klasse eigentlich zeigen musste.

Wer wissen will, weshalb Ambri in der Champions Hockey League bisher so wenig Tore erzielt hat, der schaue sich die Verlängerung gegen Dübendorf an. Die Tessiner waren zwar das erste Mal an diesem Abend hochüberlegen, scheiterten aber ein ums andere Mal am Dübendorfer Schlussmann. Nach etlichen Chancen sorgte  schliesslich Fabio Hofer in der 64. Minute für die Erlösung. Manch ein Tifosi im Stadion hatte wohl schon Schlimmeres erahnt.

Der Auftritt der Mannschaft darf und kann an diesem Abend einfach nicht gut geredet werden. Es fehlte an allen Ecken und Enden. Zudem erschien die Mannschaft müde. Sollte dies nach vier Champions Hockey League-Spielen tatsächlich im September schon der Fall sein, dann wird es eine sehr, sehr lange Saison werden.

Zum Glück besteht aber bereits am Freitag die Chance, das Gegenteil zu beweisen. Gegen den EV Zug findet nämlich in der Valascia das erste Meisterschaftsspiel der Saison 2019/20 statt. Im Vergleich zum Cupspiel kann es nur besser werden. Forza Ambri!

Bericht/Fotos: Marius Künzli

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