Eine Niederlage, die besonders schmerzt

Der HC Ambrì-Piotta hat das sechste Spiel in Serie verloren. Die 3:4 Niederlage gegen die Kloten Flyers schmerzt aber besonders. Die Niederlage wäre absolut nicht nötig gewesen, ja es wäre evtl auch keine, wenn denn…

BannerGazzettaEs war ein Spiel, das sicher noch lange zu reden geben wird. Nach den fünf Niederlagen in Serie, die letzte am Vorabend gegen den EV Zug, waren die Zuschauer gespannt, wie der HC Ambrì-Piotta vor eigenem Anhang auftritt.

Endlich wieder Emotionen auf dem Eis. Der 172cm kleine Alain Birbaum legt sich mit dem 190 cm grossen Tommi Santala an. (Foto: Roland Jauch)

Endlich wieder Emotionen auf dem Eis. Der 172cm kleine Alain Birbaum legt sich mit dem 190 cm grossen Tommi Santala an. (Foto: Roland Jauch)

Es war ein ganz anderes Ambrì, als man es in den letzten Spielen gesehen hatte. Von der ersten Minute an kämpften die Leventiner um jeden Puck und man spürte, dass endlich wieder ein Sieg in der Luft lag. Es spielten nur die Biancoblu und sie setzten die Klotener sehr unter Druck. Wie aus heiterem Himmel gelang aber den Flyers in der 3. Minute der Führungstreffer. Ein Pass von Stancescu wurde von Patrick Sidler ins eigene Tor abgelenkt. Schock für den HCAP und die 5108 Zuschauer in der Valascia. Schon vermutete man, dass die Leventiner den Mut wieder verlieren und wieder der Passivität verfallen.

Unerkanntes Tor von Adam Hall

Weit gefehlt. Tapfer kämpften sie weiter und kamen in der 13. Minute durch Keith Aucoin im Powerplay zum verdienten Ausgleich. Eigentlich wäre dies aber der Führungstreffer gewesen, denn Adam Hall hatte den Puck in der 4. Minute nach einem Buebetrickli hinter die Linie gebracht. Dies haben aber weder die 4 Unparteiischen noch die Spieler des HCAP erkannt. Und obwohl ein paar Fans kurz hinter dem Tor jubelten, wurde die Situation nicht im Video konsultiert. Nach dem Spiel bestätigte aber Tommi Santala: „ja, der Puck war drin“. Diesen nicht gegebenen Treffer müssen die Biancoblu sicher auch auf ihre Kappe nehmen, da sie keine Videokonsultation verlangt hatten.

Während diese Szene auf den Social Media Kanälen bereits heftig diskutiert wurde, ging das Spiel ins zweite Drittel. In der 22. Minute gelang Adrian Trunz der zweite Treffer für die Leventiner auf Assist von Francis Bouillon. Nicht einmal zwei Minuten später konnte aber Praplan für die Flyers ausgleichen.

Christian Stucki als tragische Figur

Christian Stucki zeigte neben Keith Aucoin und Alexander Giroux bis 31. Minute eine sehr gute Partie. Er und Aucoin brachten viel Bewegung in die Angriffszone und konnten so einige sehr gute Chancen kreieren. Der kleine wirblige Stucki kam aber bereits in der 6. Minute auf den Radar der Schiedsrichter, als er wegen Crosscheck für zwei Minuten auf die Strafbank geschickt wurde. In der 31. Minute war dann das Spiel für ihn vorbei. Die Schiedsrichter schickten ihn nach einem Bandencheck unter die Dusche. Ene harte, aber vertretbare Strafe.

Die fünfminütige Strafzeit nutzen die Flyers zu zwei Toren, die damit auf 2:4 davonzogen. Aber auch jetzt gaben die Leventiner nicht auf und kämpften weiter.

Der Unmut des Publikums

Zuschauer ärgern sich über die Entscheide der Schiedsrichter (Foto: Roland Jauch)

Zuschauer ärgern sich über die Entscheide der Schiedsrichter
(Foto: Roland Jauch)

Wie wichtig das Spiel für beide Teams war, sah man an den vielen Gehässigkeiten auf dem Eis. Die Schiedsrichter liessen dabei sehr viel durchgehen, was insbesondere die heimischen Fans nicht verstanden. Diese wusste nun auch, dass den Schiedsrichtern der Treffer von Hall entgangen war. Dies brachte die Fans noch mehr zum Kochen. Der Gang in die Kabine wurde für die schwarzweiss Gestreiften zu einem Spiesrutenlauf.

Zu weiterem Unmut trugen auch einige strittige Hybrid-Icing Entscheide bei. Korrekte Entscheide dagegen wurde mit Applaus und teilweise mit Standing Ovations gefeiert.

Jason Fuchs freut sich über sein erstes Tor in der NLA.

Jason Fuchs freut sich über sein erstes Tor in der NLA. (Foto: Roland Jauch)

Gefeiert wurde auch der 3:4 Anschlusstreffer von Jason Fuchs in der 51. Minute. Es war dies der erste Treffer in der NLA für den U20 Internationalen. Die Leventiner drückten danach weiter erfolglos auf den Ausgleich.

Bestes Spiel seit langem

Auch wenn das sechste Spiel in Serie verloren ging, waren doch endlich wieder einige positive Aspekte im Spiel zu erkennen.

Mit Francis Bouillon hat der HCAP wieder einen Mann an der blauen Linie, der mit seinen Pässen und Gewaltsschüssen im Powerplay Druck auf das Tor machen kann. Er kommt immer besser in der NLA an.

Auch Keith Aucoin zeigte heute, warum er der Spielmacher sein kann, den Serge Pelletier unbedingt im Team haben wollte.

Die Spieler kämpften um jeden Puck und suchten auch die Konfrontation mit dem Gegner. Endlich waren wieder die Emotionen da, die wir in den letzten Spielen vermisst hatten.

Auch Marc Gautschi bestätigte die positive Tendenz nach dem Spiel und, dass man darauf für das kommende Cupspiel am Mittwoch in Fribourg und das kommende Wochenende (Freitag Lugano auswärts und Samtag Fribourg zu Hause)aufbauen kann.

Am Mittwoch oder spätestes am Wochenende sollte dann auch Jesse Zgraggen wieder einsatzfähig sein.

Roland Jauch / Benjamin Tresch

Francis Bouillon  kommt immer besser in der NLA an

Francis Bouillon kommt immer besser in der NLA an

Daniele Grassi absolvierte sein 150. Spiel in der NLA und fr den HCAP.

Daniele Grassi absolvierte sein 150. Spiel in der NLA und für den HCAP.(Foto: Roland Jauch)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

3.8 (76.67%) 6 votes