Ein gutes Ambrì verliert in Bern

Der HC Ambrì-Piotta verliert in Bern mit 6:4. Dank 4 Toren im letzten Drittel kam nochmals Spannung auf. Ein gutes Spiel, das aber wegen den altbekannten Schwächen verloren wurde.

Ambri wollte an diesem Nachmittag Stärke zeigen, fiel dann aber auseinander

Ambrì mit einem starken Auftritt als Team (Archivbild)

Eines kann man dem HC Ambrì-Piotta nicht vorwerfen, nämlich dass sie aufgeben. Nach den ersten 40 Minuten lagen sie bereits hoffnungslos mit 5:0 im Rückstand. Doch Ambrì zeigte auch in dieser Situation eine unbeschreibliche Moral und kämpfte weiter und schaffte so den 5:4 Anschluss.

Besser defensiv spielen und vorne die Chancen konsequenter verwerten. Das war das Learning aus dem Spiel vom Freitag gegen den EHC Biel. Doch genau damit hatten die Leventiner in den ersten beiden Dritteln Mühe. Vor allem im ersten Drittel, konnten sie gegen den SC Bern ihr Spiel aufziehen. Doch vorne wurden wieder besten Chancen vergeben und hinten nutzten die Mutzen Fehler in der Verteidigung gnadenlos aus. Dass das Resultat nach den beiden ersten Dritteln nicht noch höher ausfiel, war auch wieder einem starken Benjamin Conz zu verdanken, der bereits in der ersten Minute einen Penalty abwehren konnte. Dreimal hatte Conz aber auch das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, als der Puck vom Metall abprallte.

Ambrì hatte seinerseits auch die Chance selber in Führung zu gehen, Eliot Berthon scheiterte aber alleine an einem starken Leonardo Genoni. Dieser fehlende Killerinstinkt sollte sich dann noch mehrmals zeigen, während die Berner ihre Chancen ausnutzen.

Der Abend zeigte dir Stärken und Schwächen der Leventiner klar auf. Ambrì hat nun bereits 151 Tore kassiert, selber aber nur 113 Tore erzielt. Der Leader SC Bern 153 geschossen und nur 103 kassiert. Ambrì muss damit weiter an seiner Torproduktion Arbeiten, muss aber im gleichen Zug auch in der Defensive stabiler werden. Beides Punkte die vor allem von den einzelnen Spielern abhängen. Das System von Cereda mit seinem schnellen Spiel scheint erfolgversprechend zu sein. Aber nur, wenn die individuelle Leistung stimmt. Immer wieder führen gravierende individuelle Fehler zu Gegentoren. Mit dem notwendigen Selbstvertrauen, werden dann im Angriff auch die Tore wieder fallen. Dazu müssen die Spieler aber auch wieder vermehrt bereit sein blaue Flecken einzufangen. Dem Torhüter die Sicht verdecken, Schüsse ablenken, Abpraller verwerten.

Die Intensität und Einsatzbereitschaft in den beiden Wochenendspielen war gut. Vor allem auch gegen Bern, konnte Ambrì über weite Strecken sein Spiel spielen. Es waren wenig Phasen auszumachen, bei denen man vom Gegner dominiert wurde. Ambrì scheint damit seine Identität wieder gefunden zu haben. Damit wird auch der Erfolg wieder zurück kommen.

Roland Jauch

 

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