Aufbaugegner Ambrì – Niederlage gegen die Flyers

Kloten Flyers vs. HC Ambrì-Piotta. Von den letzten 24 Direktbegegnungen hatte der HCAP gerade mal 3 gewonnen. Ambrì war dabei sogar oft der Aufbaugegner der Klotener, wenn diese in einer Krise waren.

Das Spiel war im ersten Drittel sehr ausgeglichen. Das Schussverhältnis und die Spielanteile aber zu Gunsten der Flyers. Am Ende der ersten 20 Minuten stand es aber 2:0 für den HC Ambrì-Piotta.

Zwei schnelle Konter-Tore

Ambri hat die Klotener zweimal wunderbar ausgekontert. Das erste Mal bediente Alexei Dostoinov in der 4. Minute Daniel Steiner den Puck pfannenfertig auf den Stock. Das zweite Tor erzielte die Youngsterlinie. Daniele Grassi musste vor dem Tor nur noch den Stock hinhalten, um den Pass von Jason Fuchs in Gerbers Kasten unterzubringen. Christian Stucki konnte sich dabei bei seinem Saisondebüt den ersten Assist gutschrieben lassen. Felix Holenstein sah sich bereits nach 5:50 gezwungen, sein Time Out zu nehmen. Ohne grossen Erfolg.

Ambrì kam durch die Klotener Abwehr wie durch gschmolzene Butter. Und Gerber war löchrig wie ein Käse.  Die Abschlüsse zu schwach um Zurkirchen zu bezwingen. Dem Unvermögen von Alexandre Giroux hatten es die Klotener zu verdanken, dass es nur 0:2 stand. Giroux kann sich in der 8. Minute einen Schuss ans Gehäuse notieren lassen und in der 18. eine versiebte Topchance aus dem Slot. Als ob das noch nicht genug wäre, hat er sich sogar auf die Strafbank schicken lassen. Mit der Pausensirene begann denn auch das Pfeiffkonzert der Klotener Fans.

Passive Leventiner im Mitteldrittel

Dass Ambrì im Mitteldrittel meist einen Gang zurückschaltet wissen wir ja. Heute hätte dies aber wieder böse in Auge gehen können. Lhotak und Grieder nahmen zwei unnötige Strafen gegen nach wie vor wenig überzeugende Klotener. Die Strafe gegen Lhotak verstrich ergebnislos. Jene gegen Grieder nutzen aber die Flughafenstädter zum Anschlusstreffer (36.). Zurkirchen musste sich einem abgelenkten Schuss geschlagen geben.

Dieser Treffer hätte eigentlich ein Warnsignals sein sollen. War er aber nicht. Die Feldspieler behielten ihre Passivtät bei und nur Sandro Zurkirchen ist es zu verdanken, dass man mit einem Tor Vorsprung in die Pause konnte.

Heisse Phase im Schlussdrittel

Kloten roch nun Lunte. Kam voll geladen aus der Kabine und war in der 42. Minute dem Ausgleich sehr nahe. Der Puck landete aber am Pfosten und nicht im Tor. Drückte weiter und kam eine Minute später wieder zu einer ungenutzen Topchance. Ambrì wirkte nun recht verunsichert. War im ersten Drittel bei den Kontern noch der direkte Zug aufs Tor da wurde nun zu Puckverliebt gespielt. Die wenigen Schüsse zu unplatziert.

Es kam wie es kommen musste, Kloten erzielte in der  49. Minute den Ausgleich. Das Spiel gewinnt darauf gewaltig an Intensität. Auch die Leventiner beginnen wieder zu laufen. In der 54. Minute rettet noch einmal der Pfosten für die Leventiner. Im Vergleich zum ersten Drittel steht den Leventinern nun aber im Angriffsdrittel eine Klotener Defensive entgegen, die um jeden Puck kämpft und auch Torhüter Gerber ist nun ein sicherer Rückhalt. Auch das Momentum  hat nun auf Klotener Seite gewechselt. Romano Lemm erzielt in der 57. Minute den – verdienten – Klotener Führungstreffer.

Ambrì riskiert alles, ersetzt Zurkirchen durch einen sechsten Feldspieler, nimmt 28 Sekunden vor Schluss sein Time Out, vergebens. Kloten holt den ersten Vollerfolg in dieser Saison.

Parallelen zum Spiel in Rapperswil

Das spiel glich sehr stark jenem in Rapperswil. Frühe Führung, Match dominiert und aus der Hand gegeben. Und wie so oft brillierte Ambrì wieder als Aufbaugegner für ein kriselndes Team. no more comment…

 

Roland Jauch