Ambri gewinnt gegen Olten mit 7:3

Ligaqualifikation im Sommer? Nein, nein, nein, soweit ist es noch nicht. Ambri bestritt am Samstag, 10. August, das zweite Vorbereitungsspiel gegen den EHC Olten und holte sich trotz kräftezerrendem Training den zweiten Sieg.

Marco Müller alleine vor dem Oltner Goalkeeper

Marco Müller alleine vor dem Oltner Goalkeeper

Der Start in die Partie war ausgeglichen. Man merkte Olten auf den ersten Blick nicht an, dass sie normalerweise eine Liga tiefer spielen. Schöne Spielzüge kamen auf beiden Seiten in den ersten Minuten kaum zum Vorschau, es dominierte – wie das in Ambri zwar oft der Fall ist – der Kampf.

Nachdem es bereits 0:1 für die Gäste hätte heissen können, kam Neuzuzug Robert Sabolic nach einem wunderschönen Doppelpass mit seinem heutigen Center Marco Müller zur ersten Grosschance der Partie. Doch Simon Rytz im Tor der Oltener parierte grandios, so dass der Szenenapplaus eher der Parade galt als dem Spielzug. Nostalgiker würden sagen: Dominik Kubalik hätte diesen auf jeden Fall gemacht.

In der 13. Spielminute wurde eine 2+2-Minutenstrafe gegen einen Oltener für einen hohen Stock an Fabio Hofer ausgesprochen. Die ersten zwei Minuten vergingen vielversprechend. Ein Schuss von Christian Pinana, der für den überzähligen Nick Plastino die Rolle des Blueliners übernahm, wurde von einem Mitspieler an den Pfosten gelenkt. Nachdem die erste Strafe abgelaufen war, war es die dritte – wohl improvisierte – Powerplay-Linie, die Ambri in Führung brachte. Tommaso Goi lenkte einen Pass von Dario Rohrbach ins Tor ab.

Das zweite Drittel war spielerisch schon um einiges ansehnlicher. Nach nur wenigen Minuten kombinierte sich Gerlach, Hofer und D’Agostini vors Tor, wo letzterer schliesslich das 2:0 erzielte.

Kurz nach Spielhälfte verkürzten die Oltener im Powerplay auf 2:1. Wenige Sekunden zuvor nahm Giacomo Dal Pian eine Strafe wegen Hakens. Doch Ambri reagierte gleich und Sabolic, der nach einem schnellen Konter eigentlich den berüchtigte Pass zu viel spielte, durfte sich als Torschütze feiern lassen, nachdem ein Oltener glücklicherweise den Puck über den Goalie ins eigene Netz lenkte.

D'Agostini trifft zum 2:0

D’Agostini trifft zum 2:0

Nicht mal drei Minuten später brachte Sabolic seine Kritiker der ersten dreissig Minuten endgültig zum Schweigen. Der Slowene bietete sich bei einem Konter, bei dem die Oltener Verteidigung nur Zwerger und Müller auf der Rechnung hatten, gekonnt  hinter Zwerger an, der dann blind zurücklegte. Mit einem Wahnsinns-Slapshot in die hohe linke Ecke erzielte Sabolic das 4:1.

Aber Olten gab sich nicht geschlagen. Vor der Pause erzielte Oltens neuer Ausländer Dion Knelsen das 4:2. Er lenkte einen Schuss von der blauen Linie unglücklich an Daniel Manzato ins Tor. Und wenige Sekunden nach der Pause verkürzte Marco Trutmann tatsächlich auf 4:3, nachdem Ambri zwar eine Strafe überstand, die Scheibe jedoch nicht aus der Zone brachte.

Ambri musste wieder einen Gang zulegen und tat dies auch. Erneut Gerlach, Hofer und D’Agostini liessen die Oltener alt ausehen, wobei dieses Mal der Österreicher erfolgreich abschloss.

Nur eine Zeigerumdrehung später stand plötzlich Johnny Kneubühler alleine vor dem Tor und schob die Scheibe Rytz zwischen den Beinen hindurch. Allerdings war dies wohl nicht ganz so gewollt.

In den letzten zehn Minuten wurde es wieder härter und der Kampf überwiegte mehrheitlich. Fünf Minuten vor dem Ende setzte Hofer mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt zum 7:3.

Insgesamt war es eine umkämpfte Partie mit doch ziemlich hoher Intensität. Zwischenzeitlich zeigte Ambri deutlich, dass sie eine Liga höher spielen. Doch Olten blieb – vor allem durch die Linie von Dion Knelsen und in Überzahl – immer wieder gefährlich. Das Testspiel darf aber sicherlich positiv gewertet werden. Ambri muss sich nach dem Abgang des Ligatopskorers in der kommenden Saison keineswegs verstecken. Die Neuzugänge erfüllen alle ihre spezifischen Aufgaben, auch wenn die Namen nicht die allergrössten sind: Das Talent von Julian Payr, die Physis von Tobias Fohrler, die Spielintelligenz von Giacomo Dal Pian und die feinen Hände von Max Gerlach werden Ambri qualitativ als auch quantitativ besser machen. Zudem darf die weitere Entwicklung von Dario Rohrbach, die Rückkehr von Christian Pinana und die wieder erlangte Stärke von Matt D’Agostini Freude auf mehr machen.

Tore:
14:49 1:0 Goi (Rohrbach)
21:12 2:0 D’Agostini (Gerlach, Hofer)
30:46 2:1 Schwarzenbach (Knelson)
31:40 3:1 Sabolic (Müller)
34:00 4:1 Sabolic (Zwerger)
36:47 4:2 Knelson (Schwarzenbach)
40:36 4:3 Truttmann (Chiriaev)
43:55 5:3 Hofer (D’Agostini, Gerlach)
44:24 6:3 Kneubühler
55:15 7:3 Hofer (D’Agostini)

Bericht: Marius Künzli
Fotos: Soraya Sägesser

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