Ambrì wahrt Achtelfinal-Chance

Die Biancoblù legten in der Slowakei los wie die Feuerwehr. Anders als oft in dieser Saison, trafen sie zweimal früh im Spiel. Am Ende resultierte ein eigentlich nie gefährdeter 4:0-Sieg gegen Bansky Bystrica. Schaut man das letzte Drittel an ist er vielleicht ein Tor zu hoch, aber das interessiert eigentlich niemand. Durch die ersten Auswärtspunkte und den gleichzeitigen Sieg Münchens, hat der HCAP doch noch die Chance auf das Weiterkommen.

Shorthander des Jahres?Dominic Zwerger vernascht den Torhüter von Banska Bystrica.

Shorthander des Jahres?Dominic Zwerger vernascht den Torhüter von Banska Bystrica.

Das Spiel begann für die Leventiner optimal. Sie drückten von Beginn an und schienen den slowakischen Meister früh zu überfahren. Nach sechs Minuten konnte Kneubuehler die Scheibe aus einem Gewühl heraus über die Linie befördern. Für die Nummer 11 ist es wettbewerbsübergreifend der erste Saisontreffer. Nur eine Minute später war es D’Agostini, der erhöhen konnte. Spätestens dieser Treffer brachte sichtlich Ruhe in die Mannschaft.

Eine Mannschaft, die man in dieser Zusammensetzung kaum kennt. Die Champions League ist schon auch da, um etwas auszuprobieren, aber Cereda stellte mächtig um. Dies impliziert auch, dass er nicht restlos zufrieden ist, wie es läuft. D’Agostini spielte mit Trisconi und Egli zusammen. Sein zweiter Treffer in der 28. Minute war aber ein Powerplay-Treffer und nicht auf diese Aufstellung zurückzuführen. Das Experiment der kompletten Umstellung scheiterte nicht komplett, aber es gibt jetzt auch keine Linie, die man unbedingt auch in der Meisterschaft so bringen muss.

Der vom HC Davos ausgeliehene Chris Egli kam auch in der CHL für die Leventiner zum Einsatz

Der vom HC Davos ausgeliehene Chris Egli kam auch in der CHL für die Leventiner zum Einsatz

Auch das vierte Tor kann man nicht auf gute Harmonie in der Linie zurückführen. Schön war es trotzdem. Erzielt hat es Ambrì-Zauberer Dominic Zwerger. In Unterzahl konnte der Österreicher alleine losziehen. Die Scheibe versenkte er durch einen Schuss, indem er den Stock zwischen die Beine nahm und den Puck hinter dem Körper abgab. Ein Tor, das man noch öfters zu sehen bekommen wird. Dass das 0 stehen bleibt, stellte Dominik Hrachovina im Tor mit Glanzparaden sicher. Die schwierige Phase mit wenigen Einsätzen, scheint ihm nicht geschadet zu haben. Es bleibt abzuwarten, ob er nun auch in der Liga wieder Spiele erhält.

Die Beurteilung des Cereda-Linien-Experiments ist auch deshalb nicht abschliessend möglich, weil ab dem zweiten Drittel eine Strafen-Flut folgte, die man so selten sieht. Sehr wenig wurde noch bei Gleichstand auf dem Eis gespielt. Das Spiel war nicht überaus hart oder unfair, aber die Schiedsrichter zogen ihre kleinliche Linie gnadenlos durch. Da sie dies auf beiden Seiten taten, war der Ambrì-Sieg hochverdient und nie in Gefahr.

Die Mannschaft bedankt sich bei den rund 200 mitgereisten HCAP Fans.

Die Mannschaft bedankt sich bei den rund 200 mitgereisten HCAP Fans.

Durch diesen Sieg bleiben sie im Rennen um die Achtelfinals. Genauer gesagt, ist es der zweite Platz in der Gruppe G, der noch offen ist. Durch den Sieg von München gegen Färjestad mit 2:1 sind die Deutschen qualifiziert und sicher auf dem ersten Platz. Will Ambrì weiterkommen, brauchen sie den Sieg zu Hause gegen Banska Bystrica am 16. Oktober und muss hoffen, dass München in Färjestad gewinnt, obwohl es für sie um eigentlich nichts mehr geht. Ambrì reichen auch zwei Punkte, wenn die Schweden nach 60 Minuten verlieren. Holt Ambrì einen Punkt und verliert Färjestad nach 60 Minuten, wird es kompliziert. Dieser Fall soll an dieser Stelle nicht weiter ausgeführt werden, weil er eh sehr unwahrscheinlich ist.

Bericht: Fabiano Wey
Fotos: Roland Jauch

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