Ambrì verschläft Start und scheitert an Nyffeler

“Never change a winning team”, schien sich Luca Cereda zu sagen und stellte gegen die Lakers die gleichen Spieler in der gleichen Formation, wie gestern gegen Lausanne auf. Da stoppen dann aber die Anknüpfungspunkte zu gestern abrupt. Ambrì verliert das Spiel mit 4:2.

Diego Kostner musste das Spiel vorzeitig beenden (Archivbild)

Diego Kostner musste das Spiel vorzeitig beenden (Archivbild)

Nach 95 Sekunden hatten die Lakers bereits zweimal Conz bezwingen können. Zwei Tore gegen eine Verteidigung, die gestern gegen die Poweroffensive von Lausanne 60 Minuten sehr wenig und schon gar kein Tor zuliess. Das erste Tor ist noch durch eine schöne Kombination, nach einer dummen Strafe von Diego Kostner, zu erklären und zu akzeptieren. Nur 20 Sekunden später folgte das zweite Tor durch Casey Wellman. Die Zuordnung stimmte überhaupt nicht, was spätestens dann zur Erklärung führte, dass die Squadra überhaupt nicht bereit war. In einem «Must-Win-Game» versagten sie in den ersten zwei Minuten kapital und das auf fast der ganzen Linie.

Luca Cereda reagierte umgehend und zog bereits sein Time-Out. Es nützte nur bedingt. Zwei Powerplay-Chancen direkt nacheinander verstrichen erfolglos und waren über weite Strecken harmlos. Die Biancoblù kamen mit den aufsässigen Lakers überhaupt nicht zu Recht. Wäre dies nicht alles schon schlimm genug gewesen, entwischte Roman Schlagenhauf von der Strafbank. Dotti konnte ihn nur noch mit einem Haken zurückziehen. Den fälligen Penalty verwertete Danny Kristo Five Hole. Zum zweiten Mal in dieser Saison ging Ambrì mit einem Drei-Tore-Rückstand in die erste Pause. Das erste Mal war übrigens das erste Auswärtsspiel in Biel.

Zu allem Übel kehrte der kurz vor der Pause getroffene Diego Kostner zu den zweiten 20 Minuten nicht mehr aufs Eis zurück. Der genaue Grund ist noch nicht bekannt, aber da man den Center später geduscht am Spielfeldrand sah, lässt die Hoffnung, dass es nicht sehr schlimm ist. Fortan spielte der eigentlich 13. Stürmer Elia Mazzolini oft zusammen mit Elias Bianchi und Noele Trisconi. Aber dies war nicht der einzige Wechsel, den Cereda vornahm. Im Tor tauchte zum zweiten Drittel Daniel Manzato anstelle von Conz auf, der aber noch am wenigsten für den Spielstand konnte. Es ging ähnlich weiter wie über weite Strecken im ersten Abschnitt. Ambrì hatte mehr Abschlüsse, war aber selten wirklich zwingend und wenn doch war da noch ein überragender Melvin Nyffeler im Tor der Lakers. In der 33. Minute konnte aber auch er nichts mehr ausrichten. Hofer auf Zwerger aus der eigenen Zone und der Vorarlberger verwertete zu seinem 15. Saisontreffer. Kurze Zeit später stellte Matt D’Agostini den Anschluss her. Ambrì überstand vor der zweiten Sirene noch eine lange Situation mit zwei Mann weniger. Die Vorteile schienen nun bei den Leventinern zu liegen.

Aber dies war ein trügerischer Schluss. Zwar rannten die Leventiner unvermindert an, aber zu einem weiteren Tor der Leventiner kam es nicht mehr. Kubalik und Zwerger liessen die beste Möglichkeit im letzten Drittel ungenutzt. Die Lakers neutralisierten die Ambrì-Paradlinie weitgehen. Dazu liess Nyffeler nur zwei Tore in 49 Schüssen von Ambrì zu. Cereda setzte alles auf eine Karte und kassierte noch den Empty-Netter. Damit hat Ambrì in den letzten vier Spielen drei Gegentore ins leere Tor erhalten. Hoffentlich spielt die Tordifferenz am Ende nicht die ganz grosse Rolle. Diese Niederlage ist enorm ärgerlich, ist aber durch den gestrigen Sieg nicht g-a-n-z so dramatisch. Die Möglichkeit wäre durch die Niederlagen von Fribourg und Lugano goldig gewesen. Nun gilt es sich schnell neu zu fokussieren. Nächste Woche stehen mit Davos, Genf und ZSC zu wichtige Spiele an, um sich zu lange mit Vergangenem zu beschäftigen. Dann muss man ab der ersten Minute bereit sein…

Fabiano Wey

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One thought on “Ambrì verschläft Start und scheitert an Nyffeler

  1. mein Frust sitzt tief: wer gegen das abgehängte Schlusslicht nach 2 Minuten mit 2 Toren im Hintertreffen liegt, ist mental nicht bereit oder anders gesagt: nimmt den Gegner nicht ernst. Dafür gibt es ein Sprichwort: Hochmut kommt vor dem Fall.
    Ich kann nur hoffen, dass diese drei leichtfertig verspielten Punkte bei der Endabrechnung für die Playoffs nicht fehlen werden…

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