Ambrì verliert gegen effiziente Berner klar

Die Berner waren einfach zu stark für den HCAP. Gleich mit 6:1 gewinnen die Mutzen in der Valascia. Aus den drei letzten Spielen resultiert ein Punkt und 16 Gegentore. Wir sprachen mit Lorenz Kienzle über das Spiel und die Defensive.

Manzato begann das Spiel, wurde dann für das letzte Drittel durch Conz ersetzt

Manzato begann das Spiel, wurde dann für das letzte Drittel durch Conz ersetzt

Das Programm war mit drei Spielen in vier Tagen und dann noch gegen Lugano, ZSC und heute Bern äusserst hart. Nach der unglücklichen Niederlage aber guten Leistung, hoffte man, dass die Kraft noch 60 Minuten reicht. Der Start vor fast 5000 Zuschauern war dann auch gut. Aber Ambrì konnte kein Kapital aus der sichtbaren Verunsicherung des SC Bern schlagen. Auffallend: Viele Schüsse verfehlten das Tor von Pascal Caminada. Im ersten gingen insgesamt acht Schüsse neben und nur sieben aufs Tor. Bei Bern war diese Bilanz acht zu drei. Diese Nachlässigkeit rächte sich dann nach der Pause auf brutalste Art und Weise. Von der 25. bis zur 40. Minute schossen die Berner vier Tore aus 13 Schüssen. Diese Quote ist beängstigend. Realistischerweise war die Hoffnung auf weitere Punkte nach dem zweiten Drittel gestorben. Cereda brachte für das letzte Drittel Benjamin Conz im Tor für Daniel Manzato. In der laufenden Saison war dies bereits der dritte Torhüterwechsel während dem Spiel.

Auch Ambrì hatte im ersten Drittel gute Chancen. Hier scheitert Novotny knapp

Auch Ambrì hatte im ersten Drittel gute Chancen. Hier scheitert Novotny knapp

Sämtliche Hoffnungen erstickte Andrew Ebbett mit seinem zweiten Tor des Spiels kurz nach der Pause. Es war der erste Schuss auf Conz. In Überzahl besorgte dann Dominic Zwerger den Ehrentreffer für Ambrì. Für Zwerger war es bereits der vierte Treffer der Saison und der sechste im Powerplay des HCAP.

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Bemüht, aber nicht erfolgreich war Dominik Kubalik. Mit vier Schüssen aufs Tor, Teamhöchstwert, versuchte er erneut viel, war aber oft auf sich gestellt. Manchmal hatte man das Gefühl einer zu grossen Verspieltheit Ambrìs, wie bei den zwei Minuten 5-gegen-3, die keinen Ertrag brachten. Andererseits wollten es an diesem Abend zu viele Spieler auf eigene Faust versuchen. Auch gegen einen SCB, der noch nicht in Topform ist, reicht dies nicht. Mehr denn je zeigte dieses Spiel, dass es gegen solche Spitzenteams nur mit einer Top-Mannschaftsleitung von hinten bis vorne etwas zu holen ist. Wenn die dann aber auch noch eine Effizienz von 18% erreichen, wird es wahnsinnig schwer. Das ist die Realität. Dass Ambrì mit sieben kleinen Strafen wieder relativ viel auf der Strafbank sitzt, ist an diesem Abend nur eine Randnotiz, weil es nicht spielentscheidend war.

Fabio Hofer mit einer der erfolglosen Einzelaktionen

Fabio Hofer mit einer der erfolglosen Einzelaktionen

So endet eine Woche mit drei Niederlagen gegen drei grosse Gegner. Der eine Punkt, die 16 Gegentore und die nur sechs eigenen Tore sind doch recht ernüchternd. Klar, die Punkte muss man gegen die direkten Gegner gewinnen und nicht unbedingt gegen Teams, die am Ende ganz vorne stehen werden. Aber alles was man gegen die grossen Teams holen kann, ist Bonus und kann ein Polster schaffen. Nun heisst es abhaken, erholen und neu fokussieren. Nächsten Freitag folgt das wichtige Heimspiel gegen den HC Davos.

Interview mit Verteidiger Lorenz Kienzle
Bericht: Fabiano Wey
Fotos/Interview: Roland Jauch