Ambrì knackt Bieler-Festung

Nach grossem Kampf gewinnt Ambrì erstmals seit vier Jahren in Biel mit 3:2. Gleichzeitig ist es der erste Auswärtssieg nach regulärer Spielzeit in dieser Saison. Das Game-Winning Goal erzielt Marco Müller im Poweplay.

Marco Müller konnte auch gegen den EHC Biel ein Tor bejubeln (Foto: Archiv Gazzetta dell'Ambrì/Roland Jauch)

Marco Müller konnte auch gegen den EHC Biel ein Tor bejubeln (Foto: Archiv Gazzetta dell’Ambrì/Roland Jauch)

Momentan kommt man nicht darum herum, die Personalsituation Ambrìs anzusprechen. Der Derbysieg wurde mit drei angeschlagenen bzw. verletzten Spielern teuer bezahlt. Johnny Kneubühler fällt mit einer Hüftverletzung sechs bis acht Wochen aus. Wenigstens muss er nicht operiert werden, aber es ist wieder ein Stürmer, der länger fehlt. Michael Fora und Patrick Incir sind day-to-day und spielten in Biel nicht. Gut möglich, dass gerade ein Fora mit Hinblick auf das Spiel gegen die Lions etwas geschont wurde und man kein Risiko eingehen wollte.

Bei all diesen Hiobsbotschaften gab es auch eine erfreuliche Neuigkeit. Dario Rohrbach kehrte wettkampfmässig aufs Eis zurück und bestritt nach seiner Verletzung in der Vorbereitung das erste Spiel der Saison. Ihm war logischerweise die fehlende Spielpraxis anzumerken. Zugleich bekam er aber das Vertrauen von Cereda und bildete ein steter Unruheherd im Angriff Ambrìs. Am Ende kam er auf 12:50 Minuten Eiszeit und spielte auch im Powerplay. Beim Ausgleich von Zwerger gab er den Assist.

Ambrì erwischte einen guten Start konnte aber (noch) keinen Profit daraus schlagen. Biel konnte kurz vor der ersten Pause durch Peter Schneider in Führung gehen. Er konnte aus naher Distanz unbedrängt direkt einschiessen. Dann drehten die Leventiner das Spiel bis zur 32. Minute durch die Tore von Zwerger und dem wunderschönen Schuss in den Winkel von Goi. Der Center der vierten Linie erzielte nach dem Tor am Dienstag das zweite Saisontor. Es scheint als würde er in Abwesenheit einiger Stürmer langsam, aber sicher aufblühen. Vor der zweiten Pause kam Biel durch Rajala in Überzahl zum Ausgleich.

Im Powerplay zu Beginn des dritten Drittels traf Müller mit seinem vierten Saisontor zum 3:2. Zwerger legte quer durch die Box und die Nummer 13 schloss direkt durch die Beine von Hiller ab. Man wähnte sich eine Saison zurückversetzt, als Kubalik mit seinen kongenialen Partnern mit genau diesen Toren die ganze Liga verzückte. Die Gesten zwischen Müller und Zwerger schienen genau dies gesagt zu haben.

In der Folge kam Mike Künzle zu zwei Topchancen scheiterte, aber am glänzend spielenden Dominik Hrachovina. Der Tscheche wurde nach dem Spiel verdient zum besten Spieler seines Teams gewählt. Im sechsten Ligaspiel von Beginn an ist es sein erster Sieg. Ambrì konnte dann über weite Strecken im dritten Drittel das Spiel beruhigen und liess wenig zu. Erst ganz am Ende ohne Torhüter konnte Biel nochmals Druck aufbauen. Immer und immer wieder wurde Yannick Rathgeb gesucht. Für einmal brachte Ambrì die Führung über die Zeit. Im zweiten Spiel der Saison gegen Biel ist es der zweite Sieg. Das sind zwei mehr als in der letzten Saison.

Aus einer vermeintlich brutalen Woche könnte eine Traumwoche werden. Nach dem Derbysieg kam es nun in Biel noch besser. Dazu hat die Squadra gezeigt, dass es auch ohne Michael Fora geht. Dies ist für das ganze Team enorm wichtig. Nach brutal strengen zwei Monaten kann man mit zwei Siegen im Rücken befreit ins Heimspiel gegen Leader ZSC gehen. Vor den eigenen Fans gibt es nach zwei Niederlagen in der Valascia Verbesserungspotenzial. Forza Ragazzi, danach ist Pause!

Bericht Fabiano Wey

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