3 Tore, 2 Niederlagen, 1 Verletzter – Die Ambrì-Bilanz am Lehner Cup 2018

Der HCAP beendet den Lehner Cup mit zwei Niederlagen gegen HK Vityaz Podolsk und die Adler Mannheim. Titelverteidigung gescheitert. Dominic Zwerger zieht sich im ersten Spiel eine Verletzung zu und fällt rund vier Wochen aus. Interviews mit Zwerger und Hofer.

Vorneweg: Ja, es sind nur Testspiele und Nein, man darf nicht zu viel in Gesehenes interpretieren, weder gut noch schlecht. Nach dem schwierigen Testspiel gegen die Ticino Rockets erwischte Ambrì-Piotta den Traumstart in die Mission Titelverteidigung am Lehner Cup. Bei 4-gegen-3 erzielte Matt D’Agostini auf Vorlage von Nick Plastino nach nur zwei Minuten die Führung gegen die KHL-Mannschaft aus Podolsk. Insgesamt wurden im ersten Drittel acht kleine Strafen ausgesprochen. Darum verwundert es etwas, dass die Russen nach Spielmitte bei Gleichbestand das Spiel innert etwas mehr als zwei Minuten drehten. Sowieso war das zweite Drittel aus Ambrì-Sicht bei weitem nicht mehr so gut, wie das erste. Nur dank einem sehr guten Benjamin Conz im Tor, war man noch voll im Spiel. Podolsk schaltete offensichtlich einen Gang höher, aber Ambrì war gar passiv. Erst nach dem Rückstand, kam die Squadra wieder gefährlich ins offensive Drittel. Kurz vor der zweiten Pause dann der grosse Schock. Dominic Zwerger blieb nach einem Zweikampf liegen und musste vom Eis begleitet werden. Später wurde eine Verletzung am rechten Knöchel diagnostiziert, die eine Pause von mindestens vier Wochen nötig macht. Mit dem Saisonstart könnte es demnach knapp werden, aber nach den Szenen war Schlimmeres zu befürchten. Man wähnte sich ein Jahr an die Verletzung von Christian Stucki zurückversetzt. Zwerger sichtete man am Samstag gegen Mannheim an Krücken auf der Tribüne. Kein schönes Bild, aber die Tatsache, dass er in der Halle war und im Interview sichtlich gut gelaunt war, war ein weiteres hoffnungsvolles Indiz.

 

Guerra fast Matchwinner, dann Captain

Ohne Zwerger machte man sich auf, um im letzten Drittel mindestens den Ausgleich zu schaffen. Dabei sicherlich nicht unbehilflich waren die aufkommenden Emotionen, die wie als Initialzündungen wirkten. Zuerst war es Igor Jelovac, der einen hohen Stock rächte. Die folgende Überzahl konnte aber nicht ausgenutzt werden. Anders dann in der 49. Minute, als Marco Müller per Shorthander ausgleichen konnte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt machte sich Müller zum wohl auffälligsten Ambrì-Spieler am Lehner Cup 2018. Auf der Strafbank sass Neuzugang Lorenz Kienzle, der einen sehr soliden Eindruck macht. Bei 2:2 ging es in die Verlängerung. Da hatte Neuzugang Samuel Guerra den Siegtreffer auf dem Stock, verzog aber. Im Gegenzug traf Podolsk zum Sieg nach Verlängerung. Guerra lief dann am Samstag gegen Adler Mannheim als Captain aufs Eis. In der achten Minute gingen die Deutschen in Führung. Vor der Pause konnte Marco Müller bei Gleichbestand ausgleichen. Es sollte das letzte Tor der Biancoblu am Lehner Cup 2018 sein. Damit hat Ambrì über die beiden Spiele drei Tore geschossen, je eines bei Unterzahl, Gleichbestand und Überzahl und eben zwei von der Nummer 13 Marco Müller. Mannheim legte zwischen der 29. und 35. Minute drei Tore nach und zog vorentscheidend davon. Ambrì dagegen vermochte in zwei Phasen von 5-gegen-3 nicht zu überzeugen. Damit haben sie den gewonnen guten Eindruck des Powerplays etwas zerstört. Viele versuchte Direktabnahmen konnten nicht wie gewünscht verarbeitet werden, was mit fehlender Geduld zu erklären ist. In die gleiche Kategorie fällt die Tatsache, dass Ambrì mit dem Forechecking von Mannheim nicht zurechtkam und sich zu schade war den Puck einfach mal aus der Zone zu schiessen.

Hofer verschiesst Penalty, Moor mit Ausrufezeichen

Fabio Hofer lief in dieser Phase im zweiten Drittel alleine aufs Tor, wurde aber mit einem Stockschlag gestoppt. Den fälligen Penalty setzte der Österreicher ans Metall, etwas sinnbildlich für das gesamte Spiel Ambris an diesem Nachmittag. Hofer vermochte aber zu gefallen und hat das Potential zu einer solchen Entdeckung zu werden, wie sein Landsmann Zwerger in der vergangenen Saison. Den fünften Gegentreffer kassierte Daniel Manzato in der 46. Minute zum Endstand. Manzato im Tor wirkte definitiv nicht immer stilsicher und liess viele Scheiben nach vorne abprallen. Eine Torhüterleistung kann man aber nie gesondert betrachten. Es ist immer auch eine Frage der Schüsse, die die Vordermannschaft zulässt. Minuten vor dem Ende verrichtete Misha Moor dann mit einem Faustkampf noch Frustbewältigung. Zu diesem Zeitpunkt war schon lange klar, dass die Titelverteidigung nicht gelingt. Podolsk und Mannheim machen den Sieg am Lehner Cup 2018 unter sich aus.

Das Spiel gegen Podolsk war über weite Strecken gut. Ambri schaffte es sich an die etwas unkonventionelle Spielweise der Russen zu adaptieren. Anders am Sonntag gegen Mannheim. Sie schienen immer einen Schritt zu spät zu sein und läuferisch noch Defizite zu haben. Aber schnell laufen müssen sie dann ab dem 21. September. Noch anzumerken ist, dass der neue Ausländer Bryan Lerg in beiden Testspielen nicht zum Einsatz kam. Am Sonntag wurden u.a. Lorenz Kienzle und Matt D’Agostini geschont. Das nächste Testspiel findet am kommenden Samstag 24. August in Flims gegen die ZSC Lions statt.

Text: Fabiano Wey
Interviews: Roland Jauch

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