2:1 Sieg gegen den EHC Biel, die Serie geht weiter

Wow, eine grossartige Willensleistung verhilft dem HC Ambrì-Piotta zu einem 2:1 über den EHC Biel, so dass kommenden Dienstag ein fünftes Spiel nötig wird. 6’500 euphorisierte Fans jubeln, als hätte der HCAP den Pokal in die Leventina geholt.

Mit der Choreo vor dem Spiel zeigten die Fans, dass sie trotz einem 0:3 Rückstand in der Serie weiterhin an ihr Team glauben

Mit der Choreo vor dem Spiel zeigten die Fans, dass sie trotz einem 0:3 Rückstand in der Serie weiterhin an ihr Team glauben

Man fühlt sie bereits vor dem Spiel, diese unglaubliche, diese elektrisierende Stimmung, die man diese Saison bereits ein paar Mal hat erleben dürfen. Keine Spur von Resignation, obwohl man in der Serie mit 0:3 und scheinbar hoffnungslos hinten liegt. Es ist wieder einmal die phänomenale Magie der Valascia, die Ambrì nach vorne treibt … und Biel zum vorübergehenden 0:1, welches das Heimpublikum komplett austicken lässt. Dem herrlich herausgespielten Tor von Riat (9.) geht ein vermeintliches Foul gegen Matt D’Agostini voraus. Bei genauem Studium der TV-Bilder muss gesagt werden, dass Ambrìs Söldner zuerst ausrutscht, bevor ihn der Stock eines Gegners berührt. Die Szene zeigt aber, wie viel Zunder in dieser vierten Partie steckt – und mit viel Energie das Heimteam diesen Sieg holen will, den ersten Playoff-Vollerfolg seit dem 11. März 2006 und dem legendären 5:4-Sieg in Lugano.
Zwerger (17.) donnert die Scheibe im Powerplay in Hillers Netzhimmel und sorgt noch vor dem ersten Sirenenton dafür, dass sich die Gemüter in der Valascia (vorerst) wieder beruhigen.

Benjamin Conz hielt mit teils unkonventionellen Paraden sein Team im Spiel

Benjamin Conz hielt mit teils unkonventionellen Paraden sein Team im Spiel

Mit hohem Tempo und zum Teil ebensolcher Fehlerquote geht es ins Mitteldrittel, in welchem der neutrale Beobachter leichte Vorteile für die Gastgeber sieht, aber brandgefährliche Seeländer, die mit Riat nicht nur den Pfosten treffen, sondern wenig später am sich glänzend verschiebenden Conz scheitern, als Jason Fuchs mit einem Direktschuss knapp an der neuerlichen Führung vorbeischrammt. Die vielen und nicht immer nachvollziehbaren Strafen, tendenziell eher gegen das Heimteam verhängt, sorgen dafür, dass das Publikum wach bleibt und ein Spannungsabfall erst gar nicht zum Thema werden kann.

Die ausverkaufte Valascia hält auch im Schlussdrittel mehrfach den Atem an, vor allem dann, als D’Agostini (in Unterzahl) alleine auf Hiller ziehen kann, die Führung aber nicht schafft. Es ist abermals ein wildes Hin und Her, ein Fight, den beide Teams mit hoher Intensität führen. Das Heimteam, angepeitscht vom unglaublichen Publikum, setzt nochmals Energiereserven frei – und kann sich auf ein hervorragendes Powerplay verlassen, denn auch der zweite Treffer für die Cereda-Truppe fällt in numerischer Überlegenheit: Kubalik legt die Scheibe für Fora auf; dieser zieht direkt ab, trifft genau in die untere, rechte Torecke und lässt die Halle komplett ausflippen. Es ist dies, wenige Minuten vor Schluss, die Führung für Ambrì-Piotta. Und siehe da: Wurde diese in den vorangegangen beiden Spielen jeweils in den Sand gesetzt, klappt es heute Abend, so dass kommenden Dienstag in Biel ein vorerst fünftes Spiel nötig wird.

Jubel nach dem Gamewinner von Michael Fora

Jubel nach dem Gamewinner von Michael Fora

Ja, und was dann folgt, ist der grenzenlose Jubel, der – mit Ausnahme des Gästesektors – das ganze Stadion erfasst. Sie zittert, die Valascia, sie bebt, sie tobt, sie singt „La Montanara“ – und man kann sich überhaupt erst gar nicht vorstellen, was hier abgehen würde, müsste der EHC Biel kommenden Donnerstag noch einmal ins Nordtessin zurückkehren. Es wäre Spiel 6 einer Serie, welche nun bis mindestens nächsten Dienstag verlängert wird.

Interview mit Marco Müller

Matchbericht: Gabriel Aeschbacher/hcap-luzern.ch
Fotos/Interview: Roland Jauch

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