1:6 in der Valascia gegen Kloten. War das die berühmte Niederlage zuviel?

Auf die Schlusssirene folgte ein gellendes Pfeiffkonzert der Fans. Gleich mit 1:6 wurde der HCAP vom EHC Kloten abgefertigt. Bereits nach etwas mehr als 5 Minuten war das Spiel entschieden. War das die berühmte Niederlage zuviel?Den Puck einfach aus dem Drittel rausspielen und den Gegner von Anfang an unter Druck setzen. Das war der Plan der Biancoblu gegen den EHC Kloten. Was aus diesem Vorsatz wurde, war ein regelrechter Fehlstart. Bereits nach 4:22 führten die Klotener dank Toren von Hollenstein und Schlagenhauf mit 2:0, zwei schöne Tore aus dem Spiel heraus erzielt. Damit nicht genug, nach 5:40 hiess es bereit 3:0. Diesmal sah der sonst sichere Rückhalt Sandro Zurkirchen sehr schlecht aus. Kossmann reagierte und ersetzte ihn durch Gauthier Descloux. Die erhoffte Reaktion vom Team blieb aber aus. Kloten setzte auch Descloux mächtig unter Druck und kam in der 14. Minute durch Praplan zum 4:0.

In der Pause konnte sich der HCAP wieder sammeln und neue Pläne schmieden. Überraschenderweise stand zu Beginn des zweiten Drittels wieder Sandro Zurkirchen im Tor. Doch auch diesmal musste er bereits nach knapp zwei Minuten wieder hinter sich greifen. Ex-BiancoBlu Roman Schlagenhauf traf in Überzahl zum 0:5, nachdem Zuri die Scheibe nicht blockieren konnte.

Auch wenn damit das Spiel bereits lange entschieden war, kämpften die Leventiner weiter, ohne zählbaren Erfolg. In der 47. Minute erzielte dann auch Hollenstein seinen zweiten Treffer und erhöhte auf 0:6. Elias Bianchi war es dann, der in der 57. Minute immerhin noch den Ehrentreffer erzielen konnte.

Was war passiert an diesem Abend? Einmal mehr geriet der HCAP kurz nach Spielbeginn in Rückstand. Der HCAP versuchte zu reagieren und rannte oft planlos nach vorne, wo man dann, wenn man in gute Abschlussposition kam, den Puck nicht an Martin Gerber vorbeibrachte. Wurde Hans Kossmann letztes Jahr noch dafür gelobt, dass er nach der Entlassung von Pelletier endlich wieder ein System ins Spiel brachte, scheint seine Mannschaft nun genau das wieder verloren zu haben, respektive nicht in der Lage zu sein, das System von Kossmann umzusetzen.

Eine einzige kleine Strafe wurde an diesem Abend gepfiffen, ein unglückliches Beinstellen von Adam Hall. Bereits im letzten Spiel gegen den EHC Biel gab es bloss eine kleine Strafe. So wenige Strafen in der emotionsgeladenen Valascia zeugt von sehr wenig Emotionen auf dem Eis. Es gelingt dem Heimteam nicht, die Emotionen von den Rängen ins Spiel zu übertragen, dies bestätigt auch Hans Kossmann im Interview, was dazu führt, dass sie zuwenig Strafen provozieren können.

Choreo vor dem Spiel (Foto: Christine Amstad)

Choreo vor dem Spiel
(Foto: Christine Amstad)

Das Team wurde mit einer Choreo begrüsst, aber bereits nach dem ersten Drittel mit Pfiffen aus der Curva Sud in die Kabine geschickt. Zumindest die Ehre zu retten, wurde dann mittels Transparent gefordert. Mit dem Schlussresultat von 1:6 und der gezeigten Leistung waren die anwesenden 4769 Zuschauer, mit Ausnahme des Gästesektors, absolut nicht zufrieden.

"Rettet zumindest di Würde" Foto: Roland Jauch

„Rettet zumindest di Würde“
Foto: Roland Jauch

Bei Ambrì scheint derzeit überhaupt nichts zusammen zu passen. Gut, dass nun die Natipause kommt um zu reagieren. Heute Samstag findet die Delegiertenversammlung der CVP statt, an der die Parolen für die kommenden Abstimmungen gefasst werden. CVP Fraktionspräsident Filippo Lombardi, dürften dabei aber neben der Atomausstiegsinitiative und Unternehmenssteuerreform auch Trainerentlassung und Reformen in seinem HCAP beschäftigen.

Bericht und Interview: Roland Jauch


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2 thoughts on “1:6 in der Valascia gegen Kloten. War das die berühmte Niederlage zuviel?

  1. Seit 40 Jahren bin ich Fan von Ambri. Was aber Ambri und insbesondere Zurkirchen am Freitagabend gegen Kloten am Anfang des Spiels zeigte, war gelinde gesagt eine „Sauerei“ gegenüber allen Zuschauern. Wenn nichts geschieht, gewinnen sie kaum noch ein Spiel und es ist einfach nur noch frustrierend, ein Spiel von Ambri zuzuschauen. Obwohl Ambri meistens total schlecht spielt, wird seit längerer Zeit keinem einzigen Nachwuchsspieler eine wirkliche Chance gegeben, sich in die ersten Mannschaft hineinzuspielen. Jetzt muss etwas geschehen. Die Playoffs sind sowieso weg und man kann mit dem Aufbau für die nächste Saison beginnen. Vittorio Spigaglia

    • Zuri hat diese Saison die Jungs schon oft im Spiel gehalten – daher den Schuldigen für das Dilemma bei ihm zu suchen, waere total daneben! Um den Club aus dieser misslichen Lage zu befreien den Co-Trainer auszuwechseln ist schlicht lächerlich oder eine Alibiuebung. Seit Kossmann an der Bande steht verschwinden die für Ambri „lebenswichtigen“ Emotionen zusehends – das letzte Derby als Beweis.
      Forza Ambri!

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