002 – Ambrì mit Fehlstart in die neue Saison

Ambrì gewinnt in den ersten zwei Spielen der neuen Saison keine Punkte und wartet weiter auf das erste Tor. Damit setzt sich die Torflaute aus den Testspielen fort. Trotz einem Übergewicht an Schüssen treffen die Biancoblù nicht ins Netz. Gegen Bern gibt es ein 0:2 und gegen Lugano ein 0:3.

Das Spiel am Donnerstag ist typisch für einen Saisonstart. Beide Teams offenbaren noch diverse Abstimmungsprobleme. So entstehen gerade in den ersten 20 Minuten wenige zusammenhängende Aktionen. Nach dem torlosen Startdrittel ist es eine Einzelaktion von Gaetan Haas, die das Skore für die Berner eröffnet. Der Center, der Edmonton Oilers spielt bis zum Saisonstart der NHL beim SCB, tritt an der blauen Linie an, dribbelt an Kostner und Ngoy vorbei und lässt Damiano Ciaccio keine Chance. An Neuzugang Ciaccio liegt es sicher nicht, dass es keine Punkte gibt. Am Ende resultiert eine gute Fangquote von 92.6%.

Viel mehr finden die Feldspieler keinen Weg am starken Tomi Karhunen vorbei. Nach 60 Minuten lässt sich Ambrì 37 Torschüsse notieren. Fast jeder zweite Versuch können die Leventiner aus dem Slot direkt vor dem Tor abgeben. Das Visier ist aber noch nicht richtig eingestellt. So trifft Dustin Jeffrey 0.6 Sekunden vor Schluss des zweiten Drittels zum 2:0 für Bern. Ambrì läuft in Überzahl in einen Konter und muss sich ausspielen lassen. In den letzten 20 Minuten versucht es die Squadra mit noch aggressiverem Forechecking, aber der Anschluss will einfach nicht fallen.

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Novotny schiesst dieses Wochenende sechsmal aufs Tor, aber auch er trifft nicht.

Am Freitag heisst es dann: Neues Spiel – Neues Glück. Die Valascia erlebt fast acht Monate nach dem letzten Spiel mit Zuschauern die Corona-Premiere. Auch wenn es enorm gewöhnungsbedürftig war, kann man wohl von einem gelungenen ersten Spiel sprechen. Umso mehr, dass die Stimmung beim ersten Tessiner-Derby der neuen Saison geladen war. Dass die Massnahmen bei den Zuschauern nicht immer zu 100% eingehalten wurden, muss man verzeihen. Bei der von den Luganesi am Ende des zweiten Drittels angezettelten Schlägerei ruhig zu bleiben, ist schwer möglich.

Der Szene ist ein Check gegen den Kopf durch Elia Riva vorausgegangen. Brian Flynn rächt ihn und fightet gegen Riva. Für den Südtessiner ist das Spiel zu Ende. Flynn kommt mit einer 5-Minuten-Strafe davon. Ambrì kann die folgende Powerplay-Situation nicht nutzen. Gerade die Überzahlsituation vermag in den ersten beiden Spielen nicht zu überzeugen. Zeit dafür hätte es genügend gegeben. Über 19 Minuten spielte Ambrì mit einem Mann mehr. Es ist deutlich zu sehen, dass niemand die Rolle des Denker und Lenkers übernehmen will bzw. kann. Einige Spieler merkt man, dass sie sich noch nicht auf dem Niveau früherer Jahre befinden. Es fehlt der konsequente Zug aufs Tor. Man muss allerdings auch sagen, dass Lugano den Slot sehr gut zustellte. Nur 18% der Schüsse Ambrìs kommen aus der gefährlichen Zone. Dies ist ein riesiger Unterschied zum Spiel in Bern. Zu oft wird man gezwungen von der blauen Linie abzuschliessen.

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Raufereien gehören zu einem Derby dazu.

Das dritte Drittel ist ein packendes Hin und Her mit Chancen auf beiden Seiten. Das Spiel könnte auf beide Seiten kippen. Schliesslich sichert sich Lugano die drei Punkte. Mark Arcobello trifft in der 52. Minute aus spitzem Winkel erstmals im Lugano-Trikot. Dario Bürgler mit seinem zweiten Saisontor doppelt wenig später nach. Cereda versucht alles, nimmt das Time-Out und Conz vom Eis. Es  sollte nichts mehr bringen. Mikel Boedker hebt die Scheibe aus der eigenen Zone und trifft das verlassene Gehäuse.

Positiv ist die Leistung in der Defensive. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Isacco Dotti in Bern, tat die Rückkehr von Cédric Hächler sichtlich gut. Als sichere Rückhalte erweisen sich Damiano Ciaccio und Benjamin Conz. Letzterer kommt doch noch auf eine Fangquote von 92%. Dies ist ein sehr akzeptabler Wert und gibt dem Team eigentlich eine sehr gute Chance auf Punkte. Vor allem da Ambrì Lugano 32% der Schüsse aus dem Slot zugestehen musste. Mit tollen Paraden lässt er die Hoffnung auf den Sieg sehr lange leben.

Lamentieren nützt nichts. Mund abwischen und weiter geht’s. Am Freitag geht es in der Valascia gegen die Lakers, die ebenfalls zweimal verloren haben. Wem gelingt der erste Sieg? Am Samstag geht es dann zum schweren Auswärtsspiel nach Genf.

Bericht: Fabiano Wey / Fotos: Soraya Sägesser 

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